Warum uns die Klimakrise oft lähmt – mit Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädicke
Shownotes
In der neuen Folge des DOSSIER-Podcasts spricht Redakteurin Julia Herrnböck mit der Umweltpsychologin Isabella Uhl-Hädicke von der Universität Salzburg über die Psychologie der Klimakrise. Obwohl das Bewusstsein für den Klimawandel in der Bevölkerung hoch ist, fällt es vielen Menschen schwer, ihr Verhalten zu verändern oder politisch aktiv zu werden. Warum ist das so?
Im Gespräch erklärt Uhl-Hädicke, warum Krisen wie Pandemie, Krieg oder Teuerung die Klimakrise aus dem öffentlichen Fokus gedrängt haben und weshalb Angst allein selten zu mehr Klimaschutz führt. Entscheidend sei vielmehr das Gefühl, gemeinsam etwas bewirken zu können. Sie spricht über Climate Anxiety, die Folgen von Perfektionismus in der Klimadebatte und darüber, warum niemand perfekt leben muss, um Teil der Lösung zu sein.
Außerdem geht es um die Frage, welche Verantwortung Einzelpersonen tatsächlich tragen, warum Politik der wichtigste Hebel für wirksamen Klimaschutz ist und wie Medien und Gesellschaft wieder hoffnungsvoller über die Klimakrise sprechen könnten. Moderation: Julia Herrnböck.
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00:00:00:
00:00:15: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Dossier-Podcasts.
00:00:18: Mein Name ist Julia Herrnberg, ich bin Redakteurin bei Dossiers.
00:00:22: Wenn man Nachrichten verfolgt könnte man fast glauben die Klimakrise sei aus den Schlagzeilen verschwunden.
00:00:27: Dabei war zwanzig, vierundzwanzig das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen mit allen entsprechenden Auswirkungen.
00:00:33: Gleichzeitig erleben viele Menschen etwas Merkwürdiges – sie wissen dass die Klimakrise eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist und trotzdem fällt es oft schwer, das eigene Verhalten zu ändern oder politisch Druck aufzubauen.
00:00:45: Ein Thema mit dem wir uns auch im Rahmen des Projekts CDU redaktionell beschäftigen.
00:00:49: Warum das so ist, darüber spreche ich heute mit Isabella Ul Hedike.
00:00:53: Sie ist Umweltpsychologin an der Universität Salzburg und Autorin des gerade erschienenen Buches.
00:00:59: Warum machen wir es nicht einfach?
00:01:00: Die Psychologie der Klimakrise!
00:01:02: Isabella schön dass du da bist.
00:01:03: Hallo schönen guten Tag.
00:01:06: Wenn wir auf die letzten Jahre zurückschauen wie hat sich unser Verhältnis gesellschaftlich zur Klimakrisi verändert?
00:01:12: Ist das Thema weniger präsent als zum Beispiel bei Fridays for Future?
00:01:16: Das Thema ist definitiv weniger präsent Weil wir das Thema eine extreme Hochkonjunktur erfahren haben.
00:01:24: Genau, bei den Fridays for Future also so zum Beispiel im Jahr am Anfang des Jahres.
00:01:30: Und dann kam einfach eine Krise nach der anderen und wir Menschen funktionieren so dass wir der Krise die gefühlt dringlicher ist und wo wir die Konsequenzen unmittelbarer spüren.
00:01:47: auf die reagieren wir eher.
00:01:49: Und bei der Klimakrise ist es so, es ist eher schleichender und die Konsequenzen sind erst in der Zukunft noch stärker zu spüren.
00:01:56: Hingegen zum Beispiel bei der Pandemie war es so dass wir da die Konsquenze unmittelbar gespürt haben.
00:02:04: Darum ist das ein Prozess, dass sich die Menschen stärker auf die Krisen fokussieren und die Klimakriser dadurch in den Hintergrund gerückt ist aber leider deswegen keine Pause macht.
00:02:16: Aber gerade Klima, denke ich mir ist ja auch unmittelbar.
00:02:18: Dass man merkt, die Nächte werden heißer, es ist weniger Grundwasser da... Also alle diese Dinge sind ja auch immer spürbar gewesen in den letzten Jahren.
00:02:28: und trotzdem war mein Eindruck eigentlich dass viel weniger darüber jetzt berichtet wird das Klimapolitik braucht welche Maßnahmen braucht sondern es geht halt jetzt wie du sagst um andere Krisen.
00:02:38: haben wir das sozusagen nur ein gewisses Kontingent mit Krisen umzugehen?
00:02:41: psychologisch?
00:02:43: Ja genau!
00:02:45: Wir Menschen können nur eine gewisse Anzahl an Krisen damit umgehen.
00:02:51: Und weil es uns sonst zu sehr hemmt und einfach wir aus dieser Hemmung nicht mehr rauskommen, das ist ja angst- und in einer Schockstarre verfallen aber praktisch nicht mehr handlungsfähig bleiben.
00:03:04: Darum ist es so dass wir uns einen gewissen Anzahl von Krisen, also da gibt's jetzt keine genaue Zahl, auch unterschiedlich vom Person zu Person, aber denen können wir uns zuwenden.
00:03:16: Es kennt wahrscheinlich jeder und jede.
00:03:18: So dieses Gefühl, ich mag es eigentlich gar nicht mehr wissen.
00:03:23: Das ändert natürlich nichts an der Krise selbst aber an dem persönlichen Wohlbefinden.
00:03:29: Und das war sicherlich die Herausforderung der letzten Jahre weil natürlich auch aufgrund der Medienlandschaft wir jetzt von den ganzen Konfliktherden und von den Krisen viel Unmittelbarer erfahren als noch vor Jahrzehnten.
00:03:41: Und das macht man etwas mit uns, weil es ist eigentlich nicht die Art und Weise wie wir Menschen ursprünglich oder unser Gehirn ursprüngig gestaltet wurde.
00:03:50: Oder sich entwickelt hat in sich darin, wie wir auf Bedrohungen zum Beispiel reagieren?
00:03:55: Das mich so ein bisschen gewundert hat auch.
00:03:57: aber eigentlich finde ich es naheliegend wenn es um Energiekrise geht was jetzt sehr bestimmen war die letzten zwölf Monate die Klimapolitik und die Energiepolitik eine große Rolle dabei spielten.
00:04:09: Bei meinem Eindruck war es eher, dass es halt um Geopolitik geht und um Krieg und Konflikte.
00:04:14: Aber Klima wurde da eigentlich nicht miterzählt?
00:04:18: Das war sehr spannend zu beobachten weil im Jahr zwanzig zweiundzwanzig der Krieg in Ukraine gestartet hat, wurde das Klima noch stärker mit der Energiepolitik verbunden.
00:04:30: Und genau jetzt wurde das gar nicht mehr gemacht.
00:04:35: Und aus meiner Sicht ist eine Erklärung dafür, dass einfach das Klima doch so komplex ist.
00:04:40: Oder nicht das Klimasonderloch, sondern auch das Thema Klimawandel und einfach so viele Faktoren ineinanderspähen, dass wir in einer Zeit, in der so viele Krisen herrschen also in Zeiten der Polikrise wie überfordert sind.
00:04:54: Für uns als Individuum ist es dann oft leichter, das Auszublenden sich Gefühl vielleicht auf Dinge zu fokussieren wo man nicht daran Schuld hat, sondern wo die anderen handeln müssen.
00:05:05: Und da tritt eben das Klima dann auf den Hintern kommt.
00:05:09: Gibt es da irgendwelche Erkenntnisse jetzt auch, dass aufgrund dieser anderen Krisen- und der Bedrohungsszenarien Menschen weniger Rücksicht nehmen auf Umwelt und Klima?
00:05:19: Also sagt man da eher Jolo ich muss jetzt noch einmal irgendwo hinfahren und ich bin nicht mehr Vegetarierin sondern ich esse einfach wieder das was Freude macht.
00:05:28: also gibt's da irgendwellche Erkennnisse darüber, dass das auch dazu geführt hat, dass man sagt Ich weiß ja nicht was morgen ist.
00:05:34: Es ist ein sehr spannendes Feld, weil zum einen gibt es Studien die zeigen dass das Bewusstsein in der Bevölkerung sehr stabil und auch sehr hoch ist.
00:05:42: Das Bewusstseins sagt ja, denn die Klimakrise gibt es sie ist menschgemacht und wir brauchen Handlungen.
00:05:48: Und das Interessante daran ist dass die Bevölkerung dann oft glaubt Sie selbst oder Einzelpersonen Sie selbst haben mehr bewusst sein aber die anderen nicht.
00:05:57: Gleichzeitig sieht man schon dass eben das Klima-Team Thema oder die Wichtigkeit in den Hintergrund gerückt ist und eben genau so ein Effekt sich abzeichnet.
00:06:06: Das finde ich sehr spannend zum Beispiel in Interviews mit Journalistinnen aus Berlin, was früher so als die vegane Hochburg gegolten hat.
00:06:15: heißt das jetzt eigentlich...
00:06:17: Geht's um die Wurst?
00:06:18: Ja genau!
00:06:19: Also praktisch die neuen In-Lokale setzen wieder total auf Fleisch und also dass man da schon so ein Backlash sieht oder auch wenn man überlegt noch vor Ja, also ich sage mal um die Fridays-Zeit weil das einfach so ein extremes Moment um geschaffen hat.
00:06:37: Achso vom Lifestyle her war einfach so Nachhaltigkeitsaspekte viel wichtiger waren als sie es jetzt sind.
00:06:45: Inwiefern hat Politik auch damit zu tun dass das in den Hintergrund gerutscht ist?
00:06:50: Politik ist der wichtigste Hebel.
00:06:53: Also ehrlich muss man sein dass es die Politik dafür verantwortlich ist die Politik am schnellsten schafft, klimafreundliches Verhalten günstiger und leichter zu machen im Vergleich zur Klimaschädigenden.
00:07:08: Also es hat da einfach die schnellste Hebelwirkung.
00:07:13: Und natürlich sind wir in der Demokratie das heißt Das Volk entscheidet schon welcher Schwerpunkt oder zumindest bei der Wahl kann's die Parteien unterstützen Die gewisse Schwerpunkte setzen, die der Einzelpersonen wichtig sind.
00:07:30: Es ist aber so dass Klar, es geht alles Hand in Hand.
00:07:35: Es ist einfach immer so schwer zu trennen gerade bei so einem komplexen Thema und man sieht die letzten Jahre den Rechtsrück.
00:07:42: Traditionelle konservative Parteien, rechte Parteien setzen eigentlich gar nicht auf das Klimatheber oder sehr wenig.
00:07:51: beziehungsweise kommt da eine Gegenbewegung auf das Kliemann loignatoms was vor ein paar Jahren in Europa noch kein Thema war.
00:08:00: Das war eher der USA-Thema.
00:08:02: Es ist zum Glück noch immer ein ganz, ganz geringer Prozentsatz.
00:08:05: Darum finde ich es immer wichtig dem gar nicht so viel Beachtung zu schenken sondern eher wichtiger zu betonen der Mehrheit der Bevölkerung sind Klimaschutzmaßnahmen wichtig.
00:08:16: Dazu passen dann eben auch gerade vom Umweltbundesamt eine Erhebung wie die einzelnen gesellschaftlichen Milieus dann tatsächlich Klimaschutz leben und im Alltag auf etwas verzichten.
00:08:28: und da kam dann raus dass sozusagen das die Gruppe, die eigentlich am meisten sich interessiert für Klimaschutz.
00:08:34: Nämlich das sogenannte progresive Kleinbürgertum auch gleichzeitig am meisten fliegt nämlich im Durchschnitt dreimal pro Jahr.
00:08:41: bei den anderen ist es weniger und da gab's natürlich auch viel Heme.
00:08:45: also dass dann das Bild war das ich sage jetzt mal im siebten Bezirk monenten Grünwähler Bobos der aber dann drei Mal im Jahr vielleicht nach Bali oder Thailand fährt auf Joghurtrip.
00:08:57: warum ist das so eine krasse Aussage auch zu sagen, dass genau die, die eigentlich Klimaschutz wichtig finden sich selber nicht so daran halten im Alltag.
00:09:08: Ja meiner Meinung nach ist es extrem schwierig diese Aussage oder diese Schlagzeile weil es einen Prozess aufzeigt der dazu geführt hat unter anderem das wir extrem gehemmt sind bei der Klimakrise nämlich die Verantwortungsübergabe auf die Einzelpersonen.
00:09:26: Und so ehrlich muss man sein, also wir wissen alle Fliegen ist klimaschädigend.
00:09:32: Aber das sind wir wieder bei der Politik wenn ein Flug oft einem Bruchteil von dem kostet.
00:09:37: Also die Redezeit von Bali oder Thailand aber auch innerhalb von Europa, sondern nach Spanien.
00:09:43: Wenn es einen Bruchteil von dem kostet was eine Zugfahrt kosten würde und ich noch um einige schneller bin, ist es sehr schwierig da die Verantwortung rein den Einzelpersonen zu übergeben.
00:09:55: Weil natürlich gibt es eine motivierte Gruppe, die das dann trotzdem durchzieht.
00:09:58: aber es wird ein kleiner Teil sein und ich finde dass die Klima-Debatte die letzten Jahre hat ein bisschen auf falsche Abbiegungen genommen nämlich immer so dieser Anspruch der Perfektion nur wenn du alles richtig machst darfst du mitreden.
00:10:14: Okay das heißt
00:10:15: das Thema Flugschirm war ja auch schon mal irgendwie präsent.
00:10:18: Gibt's jetzt eigentlich noch das Thema?
00:10:19: Dass man sagt man möchte gar nicht sagen Flug innerhalb von Europa vorzieht, weil ich nicht zehn Stunden im Zug sitzen will.
00:10:27: In einer gewissen Babel gibt es sicher noch aber nicht mehr so präsent wie vor ein paar Jahren.
00:10:31: und wenn ich jetzt als eigener Wartelsprecher aus meiner persönlichen Erfahrung ... Ich kenne das auch.
00:10:36: Also dass man vor sechs, sieben Jahren einfach zu dieser extremen Perfektionismus geherrscht hat und diese ansprochen... Und das war doch eine extreme Hemmung!
00:10:47: Weil haben wir das dann eher dazu geführt paar wenige versucht haben diesen Perfektionismus durchzuziehen.
00:10:54: Und aber auch oft muss ich sagen, mit einem Ausbrennen oder Burnout wo man dann sagt, ich lass jetzt gleich sein und andere die dann sagen nein fange ich gar nicht an weil was ist wenn ich?
00:11:07: also man kann das psychologische sich sehr gut erklären nämlich mit der kognitiven Dissonanz dass wenn wir so eine Widerspruch wahrnehmen zusammen mit einer Person die umweltfreundlich handelt die greift beim Mittagessen, also jetzt in der Arbeit zum Beispiel zu einem vegetarischen Gericht.
00:11:25: Und ich bin eine Person, die sehr gern Fleisch ist.
00:11:28: Dann wird es unbewusst ein schlechtes Gewissen auslösen ohne dass die Person vielleicht etwas sagen muss.
00:11:32: Also das muss ich auch erklären will und das kenne ich auch, dass sich dann sagt ja ich habe jetzt schon seit zwei Wochen kein Fleisch gegessen nur deswegen?
00:11:39: Genau so was oder auch so... Das finde ich mir so interessant, wie gesagt vor ein paar Jahren war es im Kaisener Avigana Software erfährst du nach einem Satz Oder ich kenne selbst, ich lebe vegetarisch und ich finde es immer so spannend wenn du in einer Essenssituation bist.
00:11:53: Man sagt gar nichts.
00:11:55: aber die Leute springen darauf an und versuchen Erklärungen zu finden oder einfach eben aus das Forschungssicht, das psychologische Sicht weil man dieses schlechte Gewissen für sich lösen möchte.
00:12:09: Und wie kann man das lösen?
00:12:11: Entweder indem ich sage stimmt Das passt nicht zusammen Mir ist die Umwelt wichtig, mir ist das Klima wichtig eine lebenswerte Zukunft für meine Mitmenschen, für meine Kinder.
00:12:22: Versuche ich unterschiedlichste Handlungen zu ändern oder oft leichter indem ich sage und das kennt man auch sicher jede und jeder.
00:12:33: Also sie greift jetzt zum vegetarischen Gericht aber ist mit dem Auto da und ich bin im Radl da.
00:12:39: Das heißt es
00:12:40: ist dann auch so dass wir Menschen die Beides Leben dann auch nicht so ernst nehmen, wenn sie sich für Klimaschutz einsetzen.
00:12:47: Weil ich sage ja du hast ja ein Auto?
00:12:50: Also das ist im Prozess ja ganz häufig stattfindet und meines Erachtens müssen wir da weg davon also sowohl innerhalb der Klima oder Ökobubble weil es da auch vorherrscht.
00:12:59: so.
00:12:59: manchmal ist ein bisschen so ein unbewusster Webbewerb wer macht's noch besser und wer hat noch fairere Schuhe oder was auch immer?
00:13:06: Und ist auch wichtig.
00:13:07: bitte nicht falsch verstehen.
00:13:08: Es ist extrem wichtig diese Handlungen umzusetzen.
00:13:10: Man muss aber sagen Das ist ein Lebenskonzept für einen Bruchteil der Gesellschaft.
00:13:15: Ich merke selbst, dass ich die letzten Jahre zwei Kinder bekomme und vorher habe ich noch vereinzelte Stücke auf Secondhand-Plattformen ewig recherchiert.
00:13:25: Diese Ressourcen sind gerade nicht da.
00:13:27: Und ich glaube auch es ist ein gewisses Ablenken von dem wo eigentlich tatsächlich Hebel sind.
00:13:33: Da ist einfach die Politik gefragt!
00:13:35: Nicht das wir uns in der Bevölkerung gegenseitig klein machen oder uns auf die Fingern hauen, sondern eigentlich eher mehr von denen einfordern, die tatsächlich die große Wirkung haben.
00:13:49: Würdest du angesprochen hast dass es ja dann ganz andere größere Hebel gibt?
00:13:54: als ob ich jetzt vegane Schuhe habe oder kein Fleischer ist?
00:13:58: Was sind die großen Hebel um wirklich spürbar etwas für das Klima zu verbessern?
00:14:06: Es kommt immer darauf an, aus welcher Sicht?
00:14:08: Einzelpersonen oder...
00:14:09: Sagen wir mal gesamtgesellschaftlich.
00:14:13: Es gibt natürlich Bereiche ganz klar also Energie wie viel Energie wird verbraucht?
00:14:18: welche Energie wird Verbraucht?
00:14:19: Mobilität Wie bewege ich mich fort fossil betrieben oder nicht?
00:14:23: Natürlich fliegen.
00:14:25: Konsum was wird konsumiert?
00:14:29: versucht man eher nur das zu konsumieren was wirklich was man braucht?
00:14:32: oder Und wenn man das kauft, unter welchen Bedienungen wurde es hergestellt?
00:14:38: und natürlich auch Lebensmittel.
00:14:40: Zum einen möglichst wenig tierische Lebensmittel zum anderen aber auch Lebensmittelabfall weil das ist ja auch ein Problem dass viel produziert wird, das dann gar nicht genutzt wird.
00:14:50: Das ist einfach so komplex und schwierig weil es zusammenhängt.
00:14:54: Mir geht's auch gar nicht darum zu sagen nur die Politik ist am Zug Weil es braucht die Zivilgesellschaft, vor allem in einer Demokratie.
00:15:02: Wenn eine Zivil-Gesellschaft nicht klarer einfordert, dass die Politik handelt wird vor allem bei der Demokratie wo dann alle vier fünf Jahren Wahlen sind wenn sich die auf Themen setzen die lauter sind in der Bevölkerung.
00:15:19: Genauso Wirtschaft ist natürlich auch oder Wirtschaft und Industrie ist auch wichtig um das zu handeln.
00:15:23: also wir brauchen einfach Handlungen von allen.
00:15:27: Aber eben Politik hat die schnellste Hebelwirkung, weil einfach Gesetze dann verpflichtend sind.
00:15:33: Und das andere ist so durch die Zivilgesellschaft dieses Freiwillige.
00:15:37: Sind wir da schon in dieser Individualisierungsfalle?
00:15:39: Dass ich sage eben... Ich muss mich einschränken!
00:15:42: Weil sonst kann ich nicht glaubwürdig Klimapolitik unterstützen.
00:15:46: also auch diese Frage wie viel bewirkt denn eben dieses Individualverhalten?
00:15:53: und lehnt sich da die Politik zurück und sagt ja wer haben jetzt Weil sie nicht, ein Drittel der Bevölkerung lebt relativ umweltbewusst in Österreich und wir müssen da gar nicht mehr viel Maßstäbe setzen weil die Wirtschaftslobby steht sowieso dagegen.
00:16:06: Genau also es ist extrem herausfahren, denn wie einfach sagt doch die Forschung klar so Ticken dass wir immer möglichst koherentes Bild möchten das heißt eben sehr wenig Widersprüche.
00:16:20: und da beschäftige ich mich gerade in der Forschung damit nämlich der Frage, wie schaffen wir es wieder mehr Ambiguitätstoleranz zu fördern.
00:16:28: Amiguitäts-Toleranz heißt dass ich Widersprüche aushalte.
00:16:32: Dass ich jetzt aushaltete und sie sagt Stimmt!
00:16:35: Ich fahre mit dem Auto Aber trotzdem ist mir das Klima wichtig Und trotzdem versuche ich noch in Bereichen wo es für mich gut geht Das umzusetzen.
00:16:45: Also ich fahme im Auto aber ich kauf Bio.
00:16:50: Es ist so schwierig dieses zum einen nicht in Ausreden zu verfallen, also ganz zu risiknieren?
00:16:58: Es
00:16:58: wäre auch eine Frage, dass man wiegt dann innerlich immer auf.
00:17:00: Dass ich sage, ich darf im Sportwagen zweihundert fahren weil ich ess ja kein Fleisch
00:17:05: zb.".
00:17:06: Genau!
00:17:06: Also das ist auch was, was ganz menschliches und etwas passiert oder so.
00:17:09: dieser Vergleich mit den Nachbarn stimmt eigentlich ist es jetzt aber eben an der Nachbar, da fährt er dreimal im Jahr auf Kreuzfahrt.
00:17:15: Und ich fahre nur einmal.
00:17:17: Das ist was ganz, ganz Menschliches.
00:17:20: Ich glaube einfach, die Debatte ist an dem vorbeigegangen.
00:17:22: Wir haben das ignoriert und haben so diesen Perfektionsanspruch sowohl innerlich als auch von außen.
00:17:27: Man weiß nicht ob man es kennt für einen Personen diese Versuche eben klimafreundlich zu leben wo man vielleicht dann so bald mal irgendwas macht sei es eine Plastikflasche mitnimmt.
00:17:39: Aber ich dachte, das geht mir so wichtig!
00:17:42: Also wo man ständig geschaut wird auch, wo macht die Person was nicht Korrentes?
00:17:46: Also eine nicht zu klimafreundliche Handlung, dass sich mich darauf stürzt.
00:17:51: und was das psychologische Sicht passiert ist... Ich sehe die andere Person macht's alle perfekt, aber dann brauche ich mir ein schlechtes Gewissen
00:17:57: reduzieren.".
00:17:58: Das heißt, man sucht bei den Leuten, die das sehr extrem leben irgendwas, wo ich Einhang sage du machst es ja auch nicht perfekt Dann muss ich ja gar nichts machen.
00:18:08: Genau!
00:18:09: Und also, ich hab da in meinem Buch, ich mein das jetzt schon ein älteres Beispiel aber das war damals mit der Greta Thunberg die mit dem Zug zwanzig Stunden gefahren ist und dann hat sie einen Bild gepostet und hat einen Toastbrot... Ich glaub' sich die hat auch vegan oder nicht immer vegan?
00:18:24: Ein Plastikpack des... So ist Brot gegessen.
00:18:26: Da hat man einen extremen Shitstorm bekommen, wie kann sie was haben, was in Plastik verpackt ist?
00:18:31: Und das immer.
00:18:32: aber beim anderen Thema, dass einfach die Fakten oder dieses Gewicht in der Bevölkerung absolut verzerrt ist.
00:18:39: Der Fokus ist stark auf Plastika.
00:18:41: und ja es gibt ein großes Problem mit der Plastikkurschmutzung, aber jetzt hinsichtlich Klima sind Lösungen im Plastikum oft klimafreundlicher als andere Verpackungen zum Beispiel.
00:18:52: Das
00:18:52: klingt doch alles sehr moralisch.
00:18:54: also... gar nicht mehr so, dass ich sage ja klar muss ich irgendwann einmal vielleicht eine Plastik-Wasserflasche kaufen wenn ich unterwegs bin sondern es wird so moralisiert.
00:19:04: Extrem und ich glaube was das einfach braucht ist, dass wieder die Leichtigkeit reinkommt also ebenso diese Ambiguitätstoleranz dieses Aushalten, dass man sagt Ja!
00:19:12: Es ist okay und vor allem zum einen mit sich selbst Also ihr habt da gerade ein Forschungsprojekt Und ich finde, sein gutes Bild ist so diese Balance finden eben zwischen diesem Boah, ich lass gleich sein.
00:19:25: Was ja auch ganz viel stattfindet... Ich muss auch sagen verständlicherweise wenn man sich die ganzen Krisen anschaut das man sagt mit dem mag ich mir jetzt nicht nur beschäftigen oder so das andere Ende vom Spektrum dass Personen, die klimafreundlich sind Also von ihren Werten her, oft für andere Bereiche einsetzen.
00:19:46: Erhalte Demokratie und Rechte von Minderheiten.
00:19:50: Da gibt es einfach gerade so viele Themen... ...und wo sie den Anspruch haben, ich muss überall mitwirken und dann ausbrennen!
00:19:56: Und ich glaube einfach, was das braucht ist dieses nachhaltig achtsambleiben mit der Umwelt,... ...mit dem Mitmenschen aber auch gleichzeitig mit sich selbst.
00:20:06: Ich würde jetzt auch gesagt, dass dieses Ausbrennung dann vom Menschen die so viel gleichzeitig verbessern wollen?
00:20:12: Dieses Unmachtsgefühl, also früher gab es auch den Ausdruck Kleimer Denkseide.
00:20:16: Also diese Angst auch, die Zukunftsangst besonders von jungen Menschen, die ja eben mitten in Multiple Krisen reingeboren wurden.
00:20:24: Ab wann wird denn Sorge produktiv und wann wird sie lebend?
00:20:31: Es gibt unterschiedliche Faktoren in der Forschung aber ein Faktor ist zu dieses Wirksamkeitserleben.
00:20:38: Entweder zum einen Selbstwirksamkeit dass ich den Eindruck habe Ich kann mit meinen Handlungen einen Unterschied machen Und hinsichtlich der Klimakrise hat sich gezeigt, dass vor allem die kollektive Wirksamkeit eine große Rolle spielt.
00:20:50: Also so dieses wir als Gruppe können was verändern und es macht Sinn das wir als gruppe dran bleiben.
00:20:59: Verständlich bei der Klima-Krise, das macht sie auch so schwierig.
00:21:03: zum einen selbst wenn ich mein ganzen Lebensstil ändere und versuche alles perfekt klimafollig zu machen wo ich kurze Seidnot dazu fügen muss, wenn man in unserer Gesellschaft teilnimmt ist es nicht möglich den perfekten klimafreundlichen Leben zu haben.
00:21:18: Aber selbst wenn ich das probiere weiß ich nicht ob's so springt weil als einfach global viele viele Leute braucht die alle an einem Strang ziehen und das macht ebenso schwierig.
00:21:30: und darum spielt eben die kollektive Wirksamkeit deine sehr große Rolle.
00:21:36: Zu deinem Buch Mit dem Titel, warum machen wir es nicht einfach?
00:21:40: Wir wissen eigentlich inzwischen sehr genau was Faktoren sind die ich selber beeinflussen kann.
00:21:43: Wo ich selber wirken kann auch wenn's im Minimalbereich dann ist also weniger Fliegen, weniger Fleisch, weniger fossile Energie und trotzdem handeln wir dann so oft entgegen wie kommen wir wieder raus?
00:21:59: Es ist extrem herausfordernd aber man weiß eben dass wir oft von den rationalen Menschen ausgehen.
00:22:06: geben wir den Leuten mehr Wissen, dann können sie ja gar nicht anders als zu handeln.
00:22:11: Wenn man sich umschaut wenn es wirklich so wäre warum rauchen da noch Leute?
00:22:16: Warum machen dann Leute noch Dinge die für Sie gesundheitsschädig sind?
00:22:20: und ich sehe jetzt einen der größten Faktoren um wieder rauszukommen die sogenannten sozialen Normen.
00:22:29: Soziale Normen sind so ungeschriebene Gesetze also dass Sie, wie verhalten sich die anderen?
00:22:35: Und man weiß aus der Forschung ganz klar das Verhalten von den Anderen oft unbewusst und sehr großen Einfluss aufs eigene Verhalten hat.
00:22:44: Und schauen wir uns mal um.
00:22:44: was gilt es normal?
00:22:46: Es ist normal gerade in Österreich sagen wir mehrmals täglich Fleisch zu essen oder zumindest einmal täglich.
00:22:52: Schauen wir unsere großen Einkaufsstraßen an.
00:22:54: welche Geschäfte sind davor herrschend?
00:22:56: Was zeigt so ein Sale online Shopping?
00:23:01: doch immer der Traum vom Einfamilienhaus, also viel Raum zu haben im Auto überall hinzufahren.
00:23:07: Und da ist es einfach dann extrem schwierig, da eigentlich das was es normal gilt aber oft eher klimaschädigend ist, das zu überwinden und eher zu einem klimafreundlichen Norm hinzukommen.
00:23:22: Wer davon angesprochen hat die Leichtigkeit dir ein bisschen fehlt?
00:23:25: Es ist alles so Haar du hast auch eine Plastikflasche.
00:23:28: Was kann Politik denn auch dazu beitragen, dass es wieder mehr Leichtigkeit gibt?
00:23:32: Dass es freutvoller und einfacher wird, klimafreundlich zu leben.
00:23:36: Indem sie Rahmenbedingungen schaffen, die es auch tatsächlich leichter machen.
00:23:39: Dass man nicht für eine Zugfahrt nach Spanien, was nicht mehrere Stunden online auf verschiedenen Plattformen verbringen muss oder bleibt mal bei Deutschland, wo man schon weiß ... Aber Deutsche Bahnbashing!
00:23:56: Man weiß, es ist wirklich schon so.
00:23:59: Ich bin ehrlich, ich finde zum einen, dass man sagt die Bedienungen müssen leichter sein und auch das man schafft, ehrlicher miteinander zu sein was ja das Schwierige ist vor allem auf Social Media wo dann vielleicht Snippets rausgenommen werden und man dann einfach aus dem Zusammenhang heraus da vielleicht ein Shitstorm erlebt.
00:24:18: aber dass man einfach ehrlich zueinander ist Deutsche Bahn noch Deutschland Wäre für mich kein Thema, weil wenn ich überlege, ich fahre mit meinen Kindern würde ich es mir sehr stark überlegen.
00:24:28: Weil man eben nicht weiß ob
00:24:30: man dann drei Stunden
00:24:30: Stimblemusk den Anschlusszug verpasst also diese Mühseligkeiten die dann verbunden sind?
00:24:35: Genau
00:24:35: und dann hast du vielleicht keine Reservierung oder die Toiletten funktionieren nicht?
00:24:41: Weil auch angesprochen ist das Thema gesellschaftliche Normen.
00:24:44: was umgibt uns in der Welt?
00:24:46: und dass ich selber schon merke es hat etwas gemacht Freunde mit dem Fahrrad fahren.
00:24:51: Also ich hatte auch nie ein Auto, aber einfach dass man sieht wie machen das die anderen?
00:24:55: Wie kaufen die einen?
00:24:56: Dass ich ja auch irgendwo Alternativen finden kann zu den Normen weil es gab ja früher auch eben das Thema Mitrauchen, Sicherheitsgut, Mülltrennung was sich schon sehr stark verändert hat in den letzten Jahrzehnten.
00:25:10: Warum funktionieren manche Veränderungen plötzlich?
00:25:12: wo gibt's so einen Breaking Point?
00:25:15: Was waren das Ausschlaggebende das zum Beispiel beim Rauch und funktioniert hat?
00:25:21: Es braucht einfach mehr Verpflichten in der Gesetze.
00:25:24: Und wirklich so, dass man die Rahmenbedienungen hat und merkt das ist enorm... Also nehmen wir es jetzt... Tempolimit ist ein gutes Beispiel!
00:25:33: Wenn ich sage hier freiwillige an Dreißiger halten sich vielleicht ein paar dran aber wenn ich da fahre und Dreißig fahren alle rasen an mir vorbei macht das was mit einem?
00:25:45: Man kennt's vielleicht beim Autofahren, orientiert sich dann an den anderen.
00:25:48: Und wenn es aber verpflichtend ist, hat das eine ganz andere Signalwirkung.
00:25:51: Im Sinne von hier soll man dreißig fahren oder je nachdem welche ... Du glaubst
00:25:58: nicht zu sehr an diese Kraft des freiwilligen Verzichts auch auf etwas?
00:26:03: Es ist wichtig!
00:26:03: Wie gesagt, es muss Hand in Hand definitiv gehen.
00:26:07: Also es darf nicht nur einfach verpflichten kommen und da gibt's auch schon ganz viele Forschungen dazu, dass wenn man verpflichtende Maßnahmen umsetzt muss die Alternative attraktiver gestaltet werden.
00:26:21: Also nicht nur, dass man sagt da darf man nicht mit dem Auto fahren sondern es muss auch einen guten öffentlichen Verkehr geben der Attraktiv ist der leistbar ist wo man sich vielleicht auch mit Familien fangen kann oder ältere Personen also das man möglichst viele Gesellschaftsschichten mitdenkt und das braucht es.
00:26:39: aber ich wünsche es wird beim Klima nur mit Freiwilligkeit gehen.
00:26:45: wenn man sich anschaut wie wie rasch die Veränderung stattfinden soll, bin ich nicht sehr optimistisch dass man damit freiwilligen Maßnahmen hinkommt.
00:26:59: Welche Rolle spielt denn auch Alter bei der Freiwilligkeit oder auch dem Bewusstsein?
00:27:03: Das ist wichtig.
00:27:04: also so ist die junge Generation tatsächlich klimapbewusst als ältere Menschen.
00:27:08: Es gibt Studien von vor Jahren die gezeigt haben es ist eine Art U-Kurve Also jüngerer Personen und dann ältere Personen wieder, die mehr Bewusstsein haben.
00:27:21: Dazwischen mal eben wo so dieses ... wir nennen es auch so The Rush Hour of Life also so Kinderaufbau.
00:27:30: Wenig Zeit?
00:27:31: Genau, Karriere also Arbeitsprozess Ausbildung was auch immer, wo das einfach im Hintergrund tritt wie die aktuelle Verteilung ist weiß ich jetzt nicht aber was schon zeigt Das Prinzip, weil es hier das Klimatheber nicht mehr so präsent ist bei jüngeren Menschen wie es noch vor ein paar Jahren war.
00:27:53: Bei den jüngern Menschen haben wir vorher geredet dass da einfach so viele Sachen gleichzeitig jetzt gewesen sind die bedrohlich sind und dass auch junge Menschen gibt, die wirklich Zukunftsängste haben.
00:28:03: andere sagen ich lebe nur jetzt ich weiß ja nicht was.
00:28:06: in einem Pajanes Wohnung kann ich mir auch keine kaufen.
00:28:08: also fahre ich lieber dreimal im Jahr weg.
00:28:10: Und ich muss sagen, es ist auch verständlich.
00:28:14: Wenn wir uns überlegen... Die jungen Menschen haben vielleicht in ihrer Teenagerzeit Corona erlebt.
00:28:19: Also die Pandemie mit vielen Lockdowns eigentlich so diese
00:28:22: Zeit des Sturms
00:28:22: und Tranks, wo man dann nur oder sehr viel zu Hause sitzt?
00:28:26: Ich finde es auch dann verständlig dass man sagt jetzt mal gehen wir leben!
00:28:30: Und vor allem auch wenn man sich anschaut wer sind die Versuchersachenden das immer wieder bei dieser Individualisierung.
00:28:36: Dass man sagt ihr Jungen müsst jetzt warum geben wir die Verantwortung jetzt auch auf die jüngeren Generationen über.
00:28:43: Natürlich sollen sie auch, aber wer hat jetzt im Moment den größten Einfluss?
00:28:49: Das sind zum einen Personen in Machtpositionen, sei es Politik oder Industrie-Wirtschaftsunternehmen, aber auch Personen ... Also die Superreichen, wo wir da diskutieren über Plastiksackerl ja oder nein und einfach überproportional so viel mehr dazu beitragen Und darauf sollte der Fokus gelegt werden.
00:29:10: Welche
00:29:10: Rolle spielt denn auch Einkommen?
00:29:13: Einkommen spielt eine extrem große Rolle, weil man merkt dass Einkommen einer der größten Predictoren dafür ist wie groß der CO² Fußabdruck ist.
00:29:25: Ich mag eigentlich dieses Bild vom CO²-Fußabdrock nicht so gern Weil es wurde von Bb.
00:29:31: Es ist ein Tool das von BB gemacht wurde weil er stellt würde, um genau diesen Effekt zu erzeugen.
00:29:38: Dass die Verantwortung aufs Individuum übergeht und die Industrie außen vor ist.
00:29:43: Also
00:29:43: diese Klassische wenn ich ein Flugbuch das sich dann meinen Fußabdruck verringern kann für ein bisschen zu Geld?
00:29:48: Und dann denke ich mir jetzt... Ist es ausgeglichen?
00:29:50: Ja das finde ich wieder.
00:29:51: eine andere Faseite macht schon Sinn dass man sagt Ich versuche zu kompensieren aber so prinzipiell dieses Rechner wo ich mich als Individium des Ausrechners kommt eigentlich eben von der fossilen Industrie.
00:30:06: Aber was man weiß, ist eben das Einkommen.
00:30:09: Dazu führt klar, man kann sich mehr leisten.
00:30:10: Man kann mehr auf Urlaub fahren und hat größere Häuser oder mehr Wohnfläche, mehr Autos.
00:30:16: also Einkommen ist der größte Prädiktor dafür wie viel CO-Zwei eine Person imitiert.
00:30:23: Und da das vielleicht auch in Erklärung dafür zu dem Beispiel vorher dass Personen in progressiven bürgerlichen Medien die sicherlich ein höheres Einkommen haben oder tendenziell als andere Gruppen Aber dann trotzdem gleichzeitig mehr Bewusstsein haben.
00:30:37: Und ich weiß schon, das ist ein super Aufhänger und auch ein super Clickbait.
00:30:41: aber das zeigt genau das Problem so.
00:30:44: Sicher ist es wichtig dass die Personen auch bewusst sein haben, aber was ist die andere Alternative?
00:30:51: Es ist doch wichtig, es ist doch super, dass die Klimabewusst sind und dass sich das Thema noch immer vorantreiben und noch immer drauf pochen wo vielleicht andere auf das Thema gar nicht mal achten.
00:31:02: Das Problem ist einfach So eine Diskussion, dass das Erde zuführt.
00:31:07: Dass die Leute vielleicht dann sagen, ja, wende mir lieber einen anderen Thema zu und nehmen dem Klima.
00:31:13: Kann ich auch wenn ich jetzt höheres Einkommen habe sozusagen die Folgen vom Klimawandel ein bisschen umgehen?
00:31:20: Absolut!
00:31:20: Also der Klimawandler ist so eine so eine große eigentlich Gerechtigkeitsfrage weil wenn ich höheres Einkommen hab kann ich mir vielleicht eher eine Wohnung im Grünen leisten oder mit grünen Ja, mit mehr Parks in der Nähe oder vielleicht ein Wochenend sitzt irgendwo am Land kann man eher eine Klimaanlage einbauen.
00:31:42: Personen die vielleicht häufig so im Pranger gestellt werden so man sagt ah die haben ja gar keine Bewusstsein.
00:31:50: also vielleicht sozial schwächere Personengruppen aber wo machst du denn hier klar?
00:31:55: Die haben auch ganz andere Themen.
00:31:57: Und trotzdem einfach durch ihren Art und Weise, durch den Lebensstil tragen sie auch viel weniger zur Klimakrise bei.
00:32:03: Und sind doch gleichzeitig eigentlich diejenigen, die die Konsequenzen überproportional häufiger spüren weil sie dann vielleicht mitten in der Innenstadt irgendwo am viel befahrenden Straße wohnen wo sich die Stadt ja viel mehr aufheizt eben keine Klimaanlage leisten können.
00:32:19: Das
00:32:20: heißt kann ich mehr bewirken für den Klimaschutz wenn ich mehr Einkommen habe also wenn nicht mehr Möglichkeiten haben?
00:32:29: Also man kann definitiv die Konsequenzen besser umgehen, mehr bewirken.
00:32:34: Es kommt ein bisschen darauf an in welcher Position ich bin, ich bin aber es schon so dass man vielleicht immer mehr an welcher Stelle ich setze, so Machtposition und wenn ich sage in meiner Firma ich bin irgendwo in der höheren Führungsposition natürlich habe ich mehr Möglichkeiten als jemand der das nicht hat.
00:32:55: Aber das sind wir wieder.
00:32:58: Ich finde muss aufpassen Nichts, wie es eben Mittelschicht ausspielen gegen Einkommen schwächere Schichten.
00:33:05: Sondern wirklich den Fokus auf die geringen Prozentsatz-Satze oder die wenigen, die einfach überproportional so viel beitragen und... Was sind die
00:33:15: Tricks am meisten dazu bei?
00:33:17: Also aus gesellschaftlicher Sicht zu eben die Zubereichen also die wirklich so ein massives Einkommen haben.
00:33:24: da geht's nicht darum kann ich mir jetzt Haus leisten oder nichts sondern das ist einfach ja Viel viel mehr.
00:33:31: Die
00:33:31: Milliardäre, die Millionen ... Und natürlich wenn du Geld hast, für mich hast du dein Geld leichter.
00:33:46: Wenn wir zu der Frage kommen wie das Thema wirksamer kommuniziert werden kann Was fällt dir da ein?
00:33:54: Also was könnte man dann wieder dazu beitragen?
00:33:56: dass Klimaschutz ist nicht noch als weitere Bedrohung, als weitere Krise verstanden wird sondern Als etwas ohne Chance ist, dass wir alle ein schönes Leben haben könnten.
00:34:09: Also zum einen genau das, dass man sagt Klimaschutz ist eine Chance.
00:34:12: Dass wir zB unsere Städte wieder grüner gestalten, dass wir den Menschen wieder in Fokus stellen und nicht das Auto.
00:34:20: Wir können die ganzen Punkte aufzählen ohne dass wird das Wort Klima erwähnen.
00:34:25: also zum Beispiel Energiesystem umgestalten.
00:34:27: Die Wertschöpfung bleibt bei uns im Land.
00:34:29: Wir schaffen die Arbeitsplätze hier bei unserem Land finanzieren nicht irgendwelche Diktatoren und Kriege sondern Ja, wir haben diesen Gewinn hier bei uns im Land.
00:34:41: Oder wenn man das Mobilitätssystem umstellt, dass man nicht mehr als Einzelperson im Stau stehen muss sondern einfach auch mehr Lebensqualität hat.
00:34:49: Also das sind eigentlich Dinge die – man nennt sie in der Fall schon Co-benefits also so diese weiteren Vorteile.
00:34:54: Also dieses Green Economy, das sage ich schaffe durch neue Technologien Arbeitsplätze?
00:35:00: Zum Beispiel aber es geht noch viel weiter.
00:35:03: Klimafreundlicher Lifestyle hat ja so viel weitere Vorteile, zum Beispiel wenn ich mehr mit dem Rad fahre für meine Gesundheit.
00:35:09: Klimaffreundliche Ernährung und gesunde Ernährungen haben sehr, sehr hohe Überlappungen.
00:35:14: Gleichzeitig wenn nicht beim Konsum achte habe ich auch mehr und reduziere habe ich mein Geld zur Verfügung.
00:35:22: Also das sind eigentlich so viele Chancen und da ist oft das Framing im Medien eher das Negative immer diese Horrorszenarien da kommen wir hin.
00:35:33: Aber eigentlich sind es sehr, sehr wenig Szenarien wo wir hinwollen und man sagt so kann's ausschauen wenn wir schaffen.
00:35:40: also dieses wofür ist es wert die Veränderungen durchzunehmen?
00:35:47: Und nicht nur mit der Angst zu...
00:35:50: Ja das schon finde ich auch eine beliebige Nachrichten Seite aufmacht.
00:35:54: Wenn was ist im Bezug auf Klimagräser dann sehe ich einen brennenden Wald irgendwo oder die Hitze, Welle, die gerade kommt.
00:36:02: Und alle drückt, dass es schon immer mit sehr bedrohlichen Bildern auch.
00:36:06: Genau und das ist ja auch verständlich zum einen.
00:36:09: Aber es gibt so viele andere Geschichten, die man erzählen könnte.
00:36:12: Die bedrohlichen Bilder – also das war auch Teil von einem Forschungsprojekt vor mir – da weiß man einfach, dass sie oft viel eher hemmen als tatsächlich Handlungen zu erzeugen.
00:36:23: Gerade in Zeiten wie diesen wo eine Krise der nächste jagt.
00:36:27: Also eben zum einen Chancen aufzeigen diese positiven Bilder von Veränderungen, weil oft kann man sich das einfach nur nicht vorstellen.
00:36:36: Es ist ja gar nicht so, dass es eine Utopie ist.
00:36:39: Manchmal muss man vielleicht nur in ein anderes Land schauen und sieht schon wie's geht aber dass wir doch sagen wir österreichisch so dieses die Veränderung ist doch für uns das haben wir immer schon so gemacht da macht man es auch so für uns vielleicht herausfordernder.
00:36:51: aber es gibt eben Beispiele und im Sinne der kollektiven Wirksamkeit ich vorhin erwähnt habe auch aufzeigen.
00:36:58: Wo wurde Veränderung schon gemacht?
00:37:01: Und idealerweise nicht nur einzelne Gruppen, ich sage jetzt mal Klischee eben Siebter aus Wien.
00:37:06: Dass man sagt die engagieren sich sondern Stadt-Land unterschiedliches Alter Die Landjugend Also das Klimatheber nicht so konnotiert ist mit einer spezifischen Partei.
00:37:20: Sondern da muss man eigentlich hin dass man das geht uns alle und es ist unsere Zukunft.
00:37:24: Es ist ja auch ein relevantes Thema für die Landwirtschaft in Österreich.
00:37:28: Die spüren schon extrem.
00:37:30: Und genau, dass man da die Bilder im Kopf der Leute ändert und einer der wichtigsten Faktoren sind die sozialen Normen.
00:37:40: Also drum ist es so wichtig wenn oft zu den Diskussionen sich erzahlt das überhaupt noch aus.
00:37:45: natürlich wenn wir es runterprägt auf Zahlen ist die Frage wie viel's wirklich bringt.
00:37:49: aber was man nicht vergessen darf ist die psychologische Kraft also durch dieses Vorleben man die anderen mitnimmt.
00:37:57: Es wird nicht von heute auf morgen gehen.
00:37:59: Aber das zeigt die Forschung ganz klar, dass es Vorbilder braucht auch im Alltag.
00:38:04: und wenn meine Arbeitskollegin z.B.
00:38:05: immer mit dem Rad in die Arbeit kommt und dann den Fahrradhelm auf ihren Tisch liegen hat ... Mit der Zeit wird das was anstoßen.
00:38:14: Die Leute sagen, stimmt der einen ähnlichen Weg wie ich?
00:38:17: Könnte er ja auch mal probieren!
00:38:19: Also ich merk's auch gerade mit Kindern eben mehr, dass mein Mann bei uns halt sehr nachhaltig lebt und halt sehr streng ist auch beim Müll drinnen und unsere Tochter dann auch das sehr übernommen hat, um für sie das völlig normales Müll zu trennen.
00:38:31: Und zu schauen ob es kein Plastik gibt oder so.
00:38:34: Genau also eben auch natürlich was ist normal?
00:38:37: Was wird mitgegeben?
00:38:39: aber eben auch das Zimmer wieder bei der Politik.
00:38:42: Also auch das Thema Bildung
00:38:44: kommt wenig vor finde ich in Zusammenhang mit Kindergärten, mit Schulen.
00:38:48: Das irgendwie mitzugeben schon.
00:38:51: Ja absolut wichtig!
00:38:54: Aber ich merke auf... Natürlich ist es so, das ist die Zukunft.
00:38:58: Aber es ist auch ganz wichtig jetzt in der Gegenwart anzusetzen und ich sehe es eigentlich oft bei Forschungsprojekten zum Beispiel.
00:39:04: So machen wir's mit Kindern, machen was mit Jugendlichen.
00:39:07: Also ich möchte nicht dass das dann entweder oder wird.
00:39:09: aber eigentlich wäre es jetzt für wichtiger mit den CEOs, mit den mit den fünftigjährigen CEOs anzusetzten weil da sind diejenigen, die jetzt die Weichen für die Zukunft legen.
00:39:21: Wenn du mit jungen Menschen sprichst doch in den Forschungsprogrammen so Was macht dir Hoffnung wo siehst du?
00:39:26: Chancen auf Veränderung.
00:39:30: Zum einen ist es so, was ist die Alternative?
00:39:34: Aufgeben und... Nein!
00:39:38: Es ist einfach ganz wichtig dran zu bleiben.
00:39:40: Und was mir schon Hoffnung macht, dass es schon Veränderungen gibt auch wenn man oft so resigniert und vor allem dann hört man wieder eine Schlagzeile irgendwo ja von Präsidenten von großen Ländern, die gegenteilige Handlungen setzen aber wenn man schon merkt wie sich der Zeitgeist schon geändert hat was sich schon getan hat und dass man nicht alleine ist.
00:40:02: Also das finde ich das Wichtigste, dass es viele Menschen gibt also wir sind viele und das Wichtigste ist dranbleiben und Schritt für Schritt und auch für sich selbst dieses Verabschieden von diesem Perfektionismus.
00:40:18: sondern jetzt gerade in meiner Masterarbeit von einer Studentin findet ihr einen sehr passenden Satz so dieses Man muss nicht perfekt sein um Teil der Lösung zu sein Und das ist einfach, finde ich, wo wir wieder hin müssen.
00:40:30: Sehr schön!
00:40:31: Vielen Dank, dass es ein gutes Schluss war, dass wir eben Klimapolitik ernst nehmen und umsetzen können auch wenn wir nicht perfekt im Alltag klimafreundlich leben aber dass es uns wichtig ist.
00:40:44: Vielen Dank für das Gespräch und danke euch fürs Zuhören.
00:40:47: Unterstützt unsere Recherchen, werdet Mitglied, folgt uns hier auf unseren Kanälen und schreibt uns.
00:40:51: Wo erlebt ihr die Klimakrise in eurem Alltag?
00:40:54: Welche Fragen oder Widersprüche beschäftigen euch in diesem Zusammenhang?
00:40:58: Und welche Themen sollen wir uns als nächster genauer anschauen?
00:41:01: Vielen Dank und bis zum nächsten
00:41:02: Mal!
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