Ausbeutung, Schwarzarbeit, Übergriffe: Österreichs Gastronomie hat ein Problem

Shownotes

Da haben wir das neue Magazin »Gruß aus der Küche – Ein investigativer Gastro-Guide« präsentiert.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, warum sich ein investigativer Blick auf die Gastronomie lohnt – und welche Missstände sichtbar werden, wenn man hinter die Kulissen von Küche, Service und Betrieb blickt. DOSSIER-Chefredakteur Georg Eckelsberger sprach mit DOSSIER-Redakteur Markus Hagspiel über die Recherchen im Magazin: von »Cash only« über Ausbeutung in der Branche bis zu den Abgründen der Spitzenküche.

Danach sprach DOSSIER-Redakteurin Muskaan Bajwa mit Expertin Melissa Nielsen über sexualisierte Belästigung in der Gastro als strukturelles Problem. Nielsen arbeitet früher selbst in der Gastro und schrieb ihre Masterarbeit über sexualisierte Übergriffe in der Branche.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu

00:00:05: einer neuen Folge des Dossier-Podcasts.

00:00:07: Sie hören gleich einen Mitschnitt von unserem

00:00:09: Dossiersammerfest!

00:00:11: Am XXS.

00:00:12: Juni haben wir

00:00:13: dort über die dunklen Seiten

00:00:14: der Gastronomie

00:00:15: gesprochen und unser neues

00:00:17: Magazin

00:00:18: «Rus aus der Küche – ein

00:00:19: investigativer Gastrogeit» vorgestellt, zuhören sind

00:00:23: Dossiere Chefredakteur

00:00:24: Georg Ekelsberger Redakteur Markus Haagspiel Jenny

00:00:27: U. redakteuren Muskan

00:00:29: Baschwa und

00:00:30: Expertin Melissa Nilsen.

00:00:46: Lieber Markus, du bist so ein bisschen der Grund warum es dieses Magazin gibt und ich wollte dich einmal fragen.

00:00:53: Wir haben uns jetzt in den letzten Wochen schon sehr gut kennengelernt dürfen.

00:00:56: Ich habe dich kennen gelernt dass einen Wahnsinnig, wie soll ich sagen?

00:01:01: Wenn wir in der Fußballwelt bleiben.

00:01:02: Du bist dann ein Redakteur mit einem investigativen Zug zum Tor, wie mich das selten erlebt habe und du hast dich ja aus irgendeinem Grund aufs Gastothema eingeschossen.

00:01:10: Ich wollte mal fragen, gehst du eigentlich wahnsinnig gern essen?

00:01:13: Sehrlich schon!

00:01:14: Also jetzt nicht unbedingt in die Sperneküche aber ich liebe es Essen zu gehen, trinken zu gehen.

00:01:19: also bin grundsätzlich der Gastronomie sehr wohl gesonnen.

00:01:23: Es

00:01:23: werden einige hier im Raum unter unseren Livestreams schon von Recherchen von dir gehört haben, die du auch vor deiner Zeit bei Dosiers schon veröffentlicht hast.

00:01:32: Weil sie einfach sehr große Wellen geschlagen haben.

00:01:35: Stichwort Konstantin Filippo.

00:01:37: zum Beispiel die Skandale in seinem Sterne Restaurant aber eben auch zum Beispiel Recherche zum Hotel Interalpen bei Dosier.

00:01:46: Wie kommt man dazu so intensiv über die Gastro zu berichten?

00:01:49: Eigentlich war es ein Zufall jetzt im Nachhinein.

00:01:52: Es war so, dass ein Bekannter von mir hat mal in Wirl gearbeitet.

00:01:56: Das war quasi die erste Recherche, die ich gemacht habe für die Wiener Zeitung damals und der hat mir dann mal erzählt irgendwie wie die Schäfe so ungefähr drauf sind und das war spannend.

00:02:07: am Anfang natürlich noch viel Gerüchte und ich wusste noch nicht genau was dahinter steckt.

00:02:11: Aber ich dachte mir, dass es irgendwie wert, da mal genauer hinzuschauen.

00:02:15: Und hab dann irgendwie angefangen nach Kontakten zu fragen und so quasi diese Recherche auf den Boden gebracht.

00:02:21: Das war dann halt recht arg.

00:02:22: also die haben da damals unter anderem auch einen Koch verprügelt sind noch dafür vor Gericht gestanden.

00:02:27: Und ja, nachdem wir das veröffentlicht haben, war einfach das Echo recht groß.

00:02:31: von der Öffentlichkeit und mich haben da extrem viele Hinweise erreicht und seither liegen diese Hinweise rum.

00:02:39: Manche kannte man dann irgendwie auf den Boden bringen, andere nicht.

00:02:42: Wie du weißt und sicher auch viele andere hier ist es nicht immer so einfach das dann auch wirklich konkret berichten zu können.

00:02:49: Und jetzt hatte ich die Ehre mit euch einigen von diesen Hinweisen genauer nachzugehen.

00:02:53: Hat dich das überrascht, weil wir berichten ja oft über Dinge wie die OMV oder Red Bull-Weltkonzerne, die jeder kennt.

00:03:02: Das ist ein relativ kleines Kahl in Wien und dennoch hat es so große Wegensteigen.

00:03:07: Hat dich dies überraschst?

00:03:08: Oder hast du das erwartet?

00:03:10: Es hat mich voll überraschen.

00:03:11: Ich glaube am Grund dafür ist auch dass einfach so viele Leute schon einmal in der Gastronomie gearbeitet haben und dadurch relating konnten.

00:03:18: irgendwie okay man kennt halt und hat das oft ein bisschen abgetan mit A Gastro halt.

00:03:23: Und ich glaube, dass das ein wesentlicher Grund ist warum so viele Leute dann kommentiert haben was damit anfangen konnten.

00:03:29: und auch tatsächlich eben wir selber haben extrem viele Leute gearbeitet weil die meisten bleiben halt zwei drei Monate und fast jede Person hatte etwas zu erzählen.

00:03:38: Ich hatte da am Ende von der Recherche es waren insgesamt zwei Texte dazu mit über vierzig Personen gesprochen und wirklich jede einzelne hatte sozusagen eine Geschichte die eigentlich schon berichtenswert war.

00:03:50: Es gibt gleichzeitig relativ wenig dieser Berichte, zumindest so in meiner Wahrnehmung.

00:03:56: Hast du dafür auch irgendeine Erklärung?

00:03:59: Ja!

00:04:01: Und ich glaube das wird man eh auch dann lesen.

00:04:04: Das hat sich an die Sahel genauer angesehen.

00:04:07: Die hat sich den größten... Also nochmal vielleicht kurz zum Anfangspunkt.

00:04:12: Ein Mitgrund ist auf jeden Fall die Gastronomie präsentiert sich deutlich besser, wenn man so möchte deutlich glamouröser als es dann hinter den Fassaden ausschaut.

00:04:22: und dabei spielen die Gastromedien also so Branchenmagazine eine meines Erachtens sehr entscheidende Rolle.

00:04:29: Dort gibt's nämlich keine Kritik an diesen Betrieben.

00:04:32: Das bedeutet selbst, wenn eben solche Dinge aufgedeckt werden wie bei einem Konstantin Philippo der jetzt in Österreich doch zu den bekanntesten Kirchen gehört.

00:04:40: Dann findet man in manchen dieser Magazine gar nichts darüber und in anderen Magazinen wird er verteidigt und die Recherchen werden als Blödsinn abgetan, ohne dass man sich wirklich damit beschäftigt.

00:04:50: Und genau das ist sicher ein Mitgrund dafür, dass das so lang quasi die Dinge auch im Hintergrund gelaufen sind und auch sich solche Missstände entwickeln konnten aus meiner Sicht.

00:05:00: Die Sahei glaube ich hat da eine sehr gute Einordnung für das geschrieben und dem sehr akribisch auf den Grund gegangen.

00:05:07: Bevor wir zu den Anfangen ein bisschen über die Ergebnisse dieser Recherche zu sprechen Wir arbeiten bei Dosier immer recht strukturiert.

00:05:16: Es gibt immer so etwas wie einen Rechercheplan, das ist fast ein wissenschaftlichen Touch.

00:05:22: Was war für dich?

00:05:23: Und du bist dir wirklich mit dieser Recherchen eigentlich nicht mit diesem Ansatz gelandet bei Dossier Anfang dieses Jahres.

00:05:31: Was waren deine Ausgangsfragen oder deine zentralen Fragen die du bei dieser Rechersche beantworten wolltest?

00:05:40: Ich finde das beste Bild ist diese glänzende Fassade hat, wir alle kennen lokale.

00:05:45: Wir gehen da gern hin, ich inklusive und man würde irgendwie nicht erwarten dass dort was mit den Leuten, den Gästen so wie mir so gut geht das es da eigentlich oft in Mitarbeitern dann einfach Scheiße geht, wenn man es mal ein bisschen gröber ausdrückt.

00:06:00: Und ich fand dieses Schein und sein quasi dieser Unterschied finde generell oft spannend und das glaube ich lässt sich auch journalistisch gut erzählen.

00:06:09: Ich glaube, dass war dann so ein bissel.

00:06:11: das Konzept auch am Anfang was ich mitgebracht habe, dass nochmal eben hinter diese scheinende Fassade blickt.

00:06:17: Wir werden jetzt die Mitglieder im Raum während des Magazines vielleicht sogar schon in Postkasten gehabt haben heute und vielleicht schon reingeschaut haben.

00:06:24: hier im Raum liegen noch ein paar auf aber wir werfen mal einen Blick ins Innert.

00:06:28: verzeichnen ist, das kommt sich ja auch gleich wieder hier auf der Dir Show.

00:06:31: Highlights würde ich sagen dieses Magazins an.

00:06:34: du hast an einer Geschichte gearbeitet gemeinsam mit der Kollegin Ehrkapella die so viel Einblick hatte ich von Anfang an eigentlich die war wo wir gesagt haben das wird schwierig.

00:06:45: Die Geschichte heißt Cash Only.

00:06:47: Cash Only kennen vielleicht manche von eigenen Restaurants und Lokalbesuchen.

00:06:51: Das ist etwas, was wir gerade in Wien relativ häufig begegnet, vor allem dann wenn man die Rechnung bittet und dann draufkommt okay hier ist Cash Only immer nix einstecken muss schon mal schauen wo ist der nächste Bankomat?

00:07:02: Hinter diesem Phänomen steckt mehr.

00:07:04: Ex-Mitarbeiterinnen berichten von Schwarzarbeit und eigenwilligen Bargeldregeln in wiener Szene lokalen.

00:07:10: nun ermittelt die Finanz.

00:07:12: Markus kannst du mal was zu der Recherche sagen?

00:07:14: worum geht's da und was habt ihr rausgefunden?

00:07:16: Es geht um einen, wenn man so möchte, geheimen Gastro-Giganten in Wien.

00:07:20: Geheim aus dem Grund weil niemand kennt.

00:07:23: Er ist medial im Hintergrund immer geblieben.

00:07:26: Wenn man sich aber die Firmenbücher anschaut was er ja sehr genau gemacht hat dann kommt man drauf dass er bei extrem vielen bekannten Lokalen eigentlich der Besitzer ist und auch sehr lange der Geschäftsführer war also auch der Gewerbliche.

00:07:38: wenn man da kurz jetzt das rechtliche Hurding verwendet Die glaube ich viele kennen, zum Beispiel das Café Drexler oder die Bizarandale oder die Weinschenke am Kamalitamarkt.

00:07:50: Oder das Tewa, das Schwein im siebten Bezirk und so weiter und sofort.

00:07:54: Und wir sind da einfach auf ein sehr interessantes Firmen-Netzwerk dann gestoßen im Zuge von der Recherche.

00:08:00: Vielleicht noch kurz zum ersten Hinweis, den hatte ich schon seit Jahren herumliegen aber diese Recherchen ist einfach sehr schwierig gewesen auf den Boden zu bringen und am Ende konnten wir dann aber aufzeigen dass in diesem Firmenimperium sehr viel dubiose Dinge irgendwie vorherrschen das es ein sehr intransparentes Firmenkonstrukt.

00:08:19: und was wir auch konkret nachweisen konnten ist eben das zumindest in drei lokalen Mitarbeitenden nicht angemeldet waren und gearbeitet haben oder nicht quasi so viele Stunden gearbeitet, wie sie angemelt werden.

00:08:31: Also mehr Stunden genau!

00:08:32: Und das war glaube ich so grob gesagt dann auch das Ergebnis.

00:08:37: Wir konnten dann im Zuge von der Recherche uns auch eben austauschen mit dem Amt für Betrugsbekämpfung, im Finanzministerium.

00:08:44: Und die haben dann aufgrund von der recherche auch die Ermittlungen jetzt aufgenommen und werden sich das genauer anschauen weil es da noch sehr viele Dinge gibt über die wir auch nicht berichten dürfen aber zumindest an dieser Stelle sehr dubios wirken.

00:08:59: Was

00:08:59: mir noch in Erinnerung geblieben ist, dass der Recherche ist.

00:09:02: Dass da so Bargeld-Covers hin und her getragen werden zwischen Restaurants, die eigentlich vorgeblich gar nichts miteinander zu tun haben auch sehr interessant.

00:09:10: ich lese gerade noch also grundsätzlich die sogenannte Schattenwirtschaft, also Schwarzerbeit abgaben.

00:09:15: Hinterziehung dürfte grade in der Gasto ein großes Thema sein wird geschätzt auf sixhundert siebzig Millionen Euro jährlich, die da quasi sozusagen durch inoffizielle Kanäle fließen.

00:09:26: Da höchste Empfehlung das es grad mit so ein bisschen neben bei erwähnt die Finanzermittel auf Basis dieser Recherchen.

00:09:33: jetzt zu diesen Lokalen.

00:09:36: Wir werden dranbleiben und schauen, was wir da noch rausfinden können.

00:09:40: Wir schauen weiter in unserem Best-of.

00:09:42: eine zweite Geschichte an der du konkret gearbeitet hast heißt angeworben und ausgebäutet.

00:09:48: Es geht um, ich weiß der Arbeitstitel war bei der Geschichte war das Thema Rassismus.

00:09:54: es ist so dass in der Gastronomie ein immer weiter steigender Anteil der Arbeit quasi geleistet wird von Menschen mit Migrationshintergrund, Mit Migrationsgeschichte teilweise tatsächlich Arbeitsmigrantinnen, die eigentlich auch wegen diesem Job nach Österreich kommen.

00:10:10: und da habt ihr euch einen interessanten Fall angeschaut.

00:10:13: Kannst du mal zu der Geschichte was sagen?

00:10:15: Du hast es eh schon gut irgendwie eingeführt.

00:10:17: das spannendeste Mal auch wenn man sich einfach die Daten anschaut.

00:10:20: immer in den letzten zwanzig Jahren hat sich der Anteil an Menschen mit Migrationshintergestronomie unglaublich erhöht.

00:10:26: ich habe jetzt die genauen Zahlen nicht mehr im Kopf aber wir finden das in Magazin.

00:10:31: Das liegt auch daran, dass es einen politischen Wille gibt.

00:10:34: Nämlich dem Fachkräftemangel in der Gastronomie entgegenzuwirken und die politische Strategie vereinfacht gesagt ist eben Menschen aus dem Ausland ins Land zu holen, die dann Saisonarbeiter, Saisonarbeiterinnen sind oder mit der Rot-Weiß-Rotkarte im Betrieben arbeiten.

00:10:49: Und letzteres nämlich die Rot-weiß-rotkarte bedeutet auch das die Menschen den Betrieb arbeiten dieser Aufenthaltstitel an das Lokal, jetzt in dem Fall an das Restaurant also an den Arbeitgeber gebunden ist.

00:11:00: Und der Fall, den ich mir da als konkret angeschaut habe, da geht es um einen Sterne-Lokal in Wien, ein primiertes Lokal in Vien und dieses Lokal hat mehrere... Da gibt's... Ich hab' da insgesamt mit sechs ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesprochen und zwei davon werfen den Betreibern vor dass sie eben eingeflogen wurden ein Stück weit aus Südamerika mit falschen Versprechen ins Land geholt wurden und sie dann hier auch belogen worden, was ihre Rechte angeht.

00:11:29: Sie hatten daher Angst abgeschoben zu werden.

00:11:32: Sie haben viel mehr Stunden geleistet als sie eigentlich leisten müssten.

00:11:35: Und diese Überstunden haben sich ja nicht ausbezahlt bekommen weil sie falsche Stundentitel unterschrieben haben.

00:11:41: Genau!

00:11:42: Es war auch eine Recherche, die schon länger dran war.

00:11:46: ganz konkret nachzuweisen, was dann auch zu dem etwas unbefrieden Umstand geführt hat.

00:11:52: Dass wir das Lokal nicht namentlich nennen weil wir einfach das nicht endgültig klären könnten und natürlich dem Ruf sehr schädigen würden.

00:12:00: am Ende denke ich aber trotzdem dass wenn der Geschichte ist sehr gut aufzeigen können wie es eben sehr vielen Leuten mit Migrationshintergrund geht und ja auch wenn das lokal quasi nicht genannt wird glaube ich dass das System sehr klar wird.

00:12:12: dadurch unter dem eben viele Leute leiden

00:12:15: einen Umstand, den du da oder den... Den Tu in der Geschichte und den Wir-Magazin auch aufzeigen ist ja, dass dieser extrem hohe Anteil an grantischen Arbeitskräften nicht ganz so sichtbar wird.

00:12:26: Weil die Personen meistens hinter der Küchendur arbeiten während im Service dann doch oft eher klassischerweise jetzt mal ganz geschehmessig.

00:12:33: die Studentinnen arbeiten also auch das und da werden wir gleich noch im zweiten Teil über das Thema Sexismus in der Gastro reden.

00:12:40: Noch ein drittes Blitzlicht für alle, die noch nicht überzeugt sind, dass man dieses Magazin eigentlich sofort lesen muss abgründender Spitzenküche.

00:12:49: Es wird natürlich besonders spannend und ich weiß nicht, wahrscheinlich sind manche im Raum auch so wie ich Fan oder auch Foodies nennt man das ja wenn man quasi so ein bisschen in diesem ganzen Gastrokulinarbereich sich auskennt.

00:13:02: Spitzenköcher sind schon zu sowas wie das geworden seit einigen Jahren.

00:13:06: da gibt es ein paar die Weltstars sind.

00:13:08: aber auch in Österreich haben wir Vertreter und du hast in deinen Recherchen festgestellt bzw.

00:13:14: eigentlich immer wieder gemerkt, dass gerade in dieser Spitzenküche, gerade dort wo die Menüs dann mehrere hundert Euro kosten das es dort dann oft zu besonders schwierigen misarablen Arbeitsbedingungen kommt.

00:13:28: und da ist eine tolle Geschichte im Magazin.

00:13:30: was hast du daraus gefunden?

00:13:31: oder was sind so die Mechanismen die dazu zum Tragen kommen?

00:13:35: Gar nicht so einfach kurz zusammenzufassen.

00:13:38: Du hast schon angesprochen, also da ist sehr viel Öffentlichkeit auch da.

00:13:42: Das bedeutet viele Leute die irgendwie Star sind in der Küche.

00:13:46: Da hat mal eine Mitarbeiterin zu mir gesagt wer in den Medien ist es nicht mehr am Herd!

00:13:51: Also die kochen dann teilweise gar nicht mehr.

00:13:53: soviel auch selber.

00:13:54: sie lassen auch viel Arbeit und Kochbücher von anderen schreiben aber sie stehen in der Öffentlichkei und in diesen Küchen herrscht halt extremer Druck.

00:14:01: das hängt zum einen damit zusammen dass die Auszeichnungen also die Sterne Die müssen immer erkämpft werden und ein Stück weit sind die auch sehr relevant für die finanzielle Situation von Betrieben.

00:14:13: Und da hat sich einfach in diesen Spitzen lokalen Daherrschen eigentlich seit.

00:14:17: man kann echt sagen hunderten von Jahren supermiserable Arbeitsbedingungen, das wissen auch... sehr viele Leute fallen in der Branche und es wird ein bisschen angenommen.

00:14:25: Also die Jungen vor allem, die eben Spitze in den besten lokalen Kochen wollen sind bereit dass sie Überstunden machen nicht bezahlt werden, dass sie angeschrien werden das sie teilweise dann auch geschlagen werden mit nassen Fetzen also so Geschirrfetzen oder dass man sich mal irgendwie verbrennt mit einer Pfanne genauso eben auch dass man eine Pfanne durch die Küche fliegt.

00:14:45: Da hört man extrem viele Geschichten und ich glaube im Kern ist es Meines Erachtens auch einfach immer wieder ein Fall von Machtmissbrauch.

00:14:54: Die Köche, meist männliche Köche die ja einfach super berühmt sind fühlen sich unantastbar.

00:15:00: da kommen wir auch noch mal zurück zu den Gastromedien, die sie auch nie kritisieren und so quasi.

00:15:04: dann machen Sie die Leute fertig und sagen du musst jetzt erstmal durch die harte Schule gehen, durch die musste ich auch gehen, beleidigen sie, waren sie fertig, sagen auch oft aus dir wird nichts und versuchen die wirklich auf dem Boden quasi zu bringen.

00:15:16: und nur wer wieder aufsteht der hat dann so das Zeug das zu machen, aber in diesem Prozess gehen einfach sehr viele Menschen auch kaputt.

00:15:26: Das ist auch dann sehr schade wenn man mit sehr jungen Leuten spricht die irgendwie Börnout haben mit Anfang zwanzig ist schon sehr erschreckend.

00:15:33: Danke Markus, zum Abschluss noch eine Frage.

00:15:35: Du hast dich jetzt viel mit diesen Themen in der Gastro beschäftigt und du hast es ja auch gerade erwähnt.

00:15:40: Es gibt dann oft so diese Abwägung

00:15:42: z.B.,

00:15:42: wie auch in dem Fall wo man sagt naja das ist quasi harte Schule und das irgendwie hilft dir dann vielleicht auch manchmal was.

00:15:48: aber dann gibt's da doch irgendwo eine Grenze generell.

00:15:50: wir haben vorgesprochen über Schwarzarbeit oder solche Dinge.

00:15:53: Die Gastro ist ja, glaube ich generell ein Bereich wo ich sage jetzt mal eine gewisse vielleicht auch teilweise sympathische Schlamppigkeit auch da ist in Lokalen die vielleicht ein bisschen improvisiert sind.

00:16:03: Wo alles so ein bisschen... das ist ja dann noch oft am Feierabend und so weiter und man dort ist.

00:16:07: Weil ich damit sagen will es ... ziehst du da eigentlich die Grenze journalistisch, wo du sagst okay ab da ist die Grenz da es dann eine Geschichte die wirklich ein Missstand darstellt oder das ist sozusagen etwas wie man so schön sagt in Österreich einen Kavaliersdelikt.

00:16:24: Gute

00:16:24: Frage zum Glück treffe ich die Entscheidung nicht alleine sondern wir diskutieren da dann ja auch einfach was irgendwo öffentlich relevant ist und was nicht und was auch unsere Aufgabe ist als Journalisten, Journalistinnen zu berichten oder wo es uns einfach nicht betrifft.

00:16:37: Wo sich die Grenzen?

00:16:39: Ich finde es eh immer recht schwierig, ich habe natürlich auch sehr viele Hinweise bekommen wo ich gleich gesagt habe das ist eh wurscht und tendenziell natürlich.

00:16:46: wir hatten vorhin kurz was angesprochen OMV Red Bull wenn etwas größer ist.

00:16:50: Wenn etwas glamouröser ist so wie zum Beispiel auch beim Interalpen SSE herberichtenswert also wie wenn sie in irgendeinem kleinen Beisel basiert und dass in sehr vielen kleinen lokalen irgendwie Dinge Zum Beispiel eben mit Bargeld nicht ganz korrekte, abgerechnet werden über die Finanz.

00:17:08: Das wäre zum Beispiel meiner Sache sicher keine Geschichte.

00:17:10: aber wenn das jemand im großen Stil betreibt sehr viele lokale Hard, überall ist Cash only, die Mitarbeitenden werden nur mit Bargelt bezahlt und so weiter dann irgendwie wird es interessant weil dann treibt das jemand einfach auf die Spitze nutzt dieses System aus und bereichert sich dadurch natürlich auch und ich denke da irgendwo hinzuschauen, wo auch wirklich einzelne Personen sich bereichern.

00:17:31: Teilweise auch auf Kosten der Gesellschaft.

00:17:33: Da denke ich wird es interessant und

00:17:35: relevant.".

00:17:36: Vielen Dank, Markus.

00:17:37: Wir belassen es jetzt mal bei diesen kurzen Blitzlichtern aufs Magazin.

00:17:41: Können Sie alle reinschauen?

00:17:42: Es liegen auch ein paar Exemplare hier.

00:17:44: Wir haben dieses Thema aus Perspektive unserer Jenny-U-Redaktion beleuchtet und das ist schon die Überleitung.

00:17:51: Wir werden uns jetzt ein kurzes Video anschauen und danach übernimmt dann unsere Kollegin Muskan Batschow.

00:18:04: Die Arbeitsbedingungen in der Gastducht sind mies, das wissen wir.

00:18:06: Frauen ist es aber noch ein Tick schlimmer!

00:18:08: Laut einer Studie der Arbeiterkammer Wien sind es neun und siebzig Prozent der Frauen die schon sexuell belästigt wurden oder es beobachtet haben.

00:18:15: Wir möchten wissen wie's an eurer Frau hat tatsächlich

00:18:18: einmal glücklicherweise nur einmal

00:18:20: über sechs Jahre catering und gastro dass leider schockiert sich nicht

00:18:26: Eigentlich

00:18:26: ein Stammgast, der eigentlich immer da es immer betrunken

00:18:29: ist.

00:18:30: Extrem übergriffige

00:18:30: Fragen

00:18:31: gestellt hat und uns extrem

00:18:33: nahe gekommen

00:18:34: ist.

00:18:34: Es war extrem unangenehm... Was halt immer natürlich raussprich

00:18:37: also

00:18:37: raussticht.

00:18:38: eher gesagt das sind halt Männer vorgesetzte Sinn dass sie sich immer ziemlich aufführen.

00:18:42: aber ich habe schon mal eine oder die andere Nummer

00:18:43: bekommen von jemanden der eigentlich

00:18:46: viel zu alt

00:18:47: ist.

00:18:47: Vor allem als Person

00:18:48: die nicht immer als unbedingt weiß.

00:18:49: wahrgenommen wird immer rassistische Tendenzen

00:18:53: davon Kunden

00:18:53: oder Kundinnen der Chefetage und man kann es manchmal nicht ganz benennen,

00:18:58: aber man spürt's.

00:18:59: Ich

00:19:00: kriege mir auch ein Manchekommentar so

00:19:02: ja warum ründen die Konditionen?

00:19:04: Und es ist da ein bisschen beleidigend, aber

00:19:06: mein Versteht auch

00:19:07: so läuft.

00:19:08: Man kennt auch Friends, die wir erlebt haben vor allem flinte Personen.

00:19:12: Also das ist

00:19:13: wirklich schlimm!

00:19:13: Also ich kann es mir gut vorstellen.

00:19:15: also es ist wirklich schrecklich Wenn sie in so Kleinigkeiten dann nicht lassen einfach so weiter gehen.

00:19:20: Ich glaube auch in so einer Situation fällt es einem schwer dagegen zu halten.

00:19:24: Es war aber halt so, ja

00:19:24: es ist der Stammgas

00:19:25: und er bringt viel Geld.

00:19:26: Das macht größeren Umsatz

00:19:28: Und deswegen sollen wir das

00:19:29: einfach

00:19:30: so

00:19:31: weglächeln.

00:19:32: Wir sollen dann trotzdem nett sein.

00:19:33: Ich finde es kommt sehr

00:19:34: auf das Team

00:19:35: und auf die Führungspersonen auf jeden Fall drauf an.

00:19:39: ich habe die Erfahrung gemacht dass wenn man eine weibliche Person oder ne Flinta als Chefin hat Dass es dann einfacher ist.

00:19:48: Die Frage ist noch was immer wirklich passiert eigentlich meistens dann doch nichts.

00:19:51: Und dann ist die Frage, wie viel lässt man halt über sich ergehen und wie viel nicht.

00:19:54: Was ich bewünschen würde

00:19:56: wäre generell wirklich

00:19:58: ein

00:19:59: einfach viel strengere Umgang damit.

00:20:02: Mehr Aufklärung vielleicht Team-Meetings auch sagen hey wenn irgendwas mal ist dann meldet euch bei uns weil wenn man das Thema überhaupt nicht anspricht dann ja freut man sich wahrscheinlich gar nicht.

00:20:12: Es ist

00:20:13: für mich dann den

00:20:14: Übergriff passiert

00:20:15: Wenn eine Person

00:20:17: sich übergriffig behandelt gefühlt hat und da gibt es keine Diskussion, dann muss die Person

00:20:21: gehen.

00:20:22: Und ich habe nicht das Gefühl... Ich hab

00:20:24: eigentlich selten das Gefühl, dass ist so ja passiert.

00:20:37: Rejections arbeiten.

00:20:38: Manchmal wollen die Leute einfach nicht mit dir reden, manchmal denken sie ich möchte ihnen irgendwas verkaufen und dann ist es super zach.

00:20:46: also du brauchst schon irgendwie eine harte Schale dafür.

00:20:48: deswegen war das eine super coole Erfahrung weil das war glaube ich einer der leichtesten Voxpops bzw.

00:20:54: Straßenumfragen die wir gemacht haben.

00:20:56: Alle wollten mit uns reden und es ging super easy, weil einfach alle auch was dazu zu sagen haben.

00:21:02: Also jeder war mal in der Gastro-Tätik, jeder kennt wen und leider haben noch viele eine schlechte Erfahrung gemacht oder eben beobachtet wie andere Leute eine schlechten Erfahrung gemacht haben wenn man das positiv konnotieren möchten.

00:21:13: Und da kommt eben jetzt auch Melissa ins Spiel Sie ist Expertin für sexuelle Belästigung In der Gastronomie und war selbst auch in einer Gastronomie tätig und hat sich dann gedacht hey ich schreibe jetzt eine Forschungsarbeit dazu und das wird tatsächlich dann auch unsere Grundlage wie wir damals für Jenny Wu, lustigerweise das war unser erster Schwerpunkt.

00:21:29: Danke again Markus!

00:21:32: Und genau wie wir da mal eben die Videos gemacht haben, wie wir gezeigt haben hey wenn du selbst von sexuelle Belästigung betroffen bist musst du hier und da hingehen.

00:21:39: dann hat uns tatsächlich dein Leitfadenmilister sehr geholfen weil in deinem Leitwaden aber das erzählst Du natürlich besser als ich steht supergut drin, was man dann alles präventiv machen muss.

00:21:50: Und das hat uns in der Recherche super geholfen und wir haben auch die Response gesehen von den Menschen, dass dann auch so Kommentare gekommen sind.

00:21:59: Ja, was erwartet ihr euch denn?

00:22:01: So ist es halt in der Gastro!

00:22:02: Aber so sollt's doch nicht an der Gastros sein oder

00:22:03: Melissa?!

00:22:04: Wie war deine Forschungsarbeit?

00:22:06: Wie bist du dazu gekommen?

00:22:07: und allen voran wie war deine eigene Erfahrung?

00:22:09: Hallo zusammen ich freue mich hier zu sein.

00:22:11: dank für die Einladung.

00:22:12: erstmal Ich habe viele Jahre in der Gastronomie gearbeitet, in verschiedenen Ländern.

00:22:18: Sowohl in Deutschland und Österreich als auch in der Schweiz.

00:22:21: Es waren insgesamt sieben Betriebe.

00:22:23: Und ich hab Gender Studies studiert und hier in Wien abgeschlossen.

00:22:27: Als ich meine Forschungsarbeit quasi konzipiert habe und überlegt habe für was ich schreiben wollte... ...und das war von Anfang an sexuelle Belästigung, was mich interessierte,... ...war eigentlich der Fokus am Anfang über sexuelle belästigungen im Musikbusiness.

00:22:41: Das war was ich machen wollte!

00:22:43: Aber ich saß dann am Schreibtisch und hatte ständig Erinnerungen an meine eigenen Erfahrungen in der Gastronomie.

00:22:49: Und dann dachte ich, nein, ich muss jetzt doch über die Gastronomie schreiben!

00:22:54: Genau, dann habe ich mich hingesetzt und angefangen zu recherchieren.

00:22:58: Du hast

00:22:58: ja auch die Woxpop gesehen – also die Straßenumfrage.

00:23:00: Du kennst ja auch schon einen Artikel zuvor von Markus, den ihr im Magazin natürlich findet zur branchenübliche Belästigung richtig?

00:23:08: Genau.

00:23:09: Was ist dir da aufgefallen?

00:23:10: Also was kam dir schon sehr bekannt vor, was hast du schon

00:23:13: ewig

00:23:13: oft gelesen und selbst geforscht?

00:23:15: Erst mal Kompliment für die tolle Recherche auch für diese Ausgabe.

00:23:22: ich freue mich total dass dieses Thema jetzt eine Schlagseite bekommt und mehr Menschen darüber sprechen.

00:23:28: Als ich darüber recherchiert habe, haben noch wenig Leute offiziell darüber gesprochen.

00:23:33: was mir aufgefallen ist beim Artikel da geht es beispielsweise um ein Lehrling eine junge Frau.

00:23:39: sie ist achtzehn Jahre alt und ist in einem Spa-Hotel und wird quasi der Opfer von sexueller Belästigung von Seiten eines Oberkellners während eines Security Walks.

00:23:51: also die zwei sind zwischen den Saisons unterwegs schauen, ob im Hotel alles passt und in dem Moment kommt es zur sexuellen Belästigung.

00:23:59: Was bin ich sehr bezeichnend ist?

00:24:01: Es ist ein Moment des Security Walks.

00:24:03: die zwei schauen ob alles passt ja und indem.

00:24:06: in einer Fürsorgebeziehung wenn man angestellt ist irgendwo hat der Vorgesetzte, hat der Arbeitgeber die Pflicht gesetzlich sich um dich zu kümmern und deine Sicherheit und dich vor sexueller Belächtigung und Übergriffen und Diskriminierung zu schützen.

00:24:22: Und ihr habt auch schon gerade viel geredet darüber, dass oft genau aus dieser sicheren Zone Übergriffe passieren.

00:24:29: Also das ist mir direkt aufgefallen.

00:24:31: wir haben ein Machtgefälle zwischen zwischen den zwei Parteien in dem Sinne.

00:24:35: es wird also macht missbraucht um einer Person quasi die Grenzen zu verstellen ihr zu nahe zu treten und Es wurde auch oft beschrieben in dem Artikel, dass auch jüngere Frauen diese Übergriffe dulden oder von ihnen erwartet wird.

00:24:53: Dass sie sie dulden weil davon ausgegangen wird das Teil der Gastronomie ist also es wird von Frauen erwartet.

00:24:59: Das Management von sexueller Belästigung ist Teil des Jobs was gesetzlich verboten ist.

00:25:06: Die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts haben die Frauen quasi selbst zu managen.

00:25:11: Und das habt ihr auch wunderbar beschrieben in dem Artikel.

00:25:14: und die Liste an Sachen, die quasi aufgefallen sind, die ist schon sehr lang.

00:25:20: also quasi die Gefahr kommt aus allen Ecken.

00:25:22: Die kommt aus dem Team, aus dem Gästeraum, aus den vorgesetzten Raum und als Servicekraft ist man quasi vor allem als weibliche Servicekraft oder flinter Servicekraft nirgendwo wirklich sicher Und es passiert einen Gewöhnungseffekt, dadurch das es erwartet wird mit der sexuellen Belästigung umzugehen.

00:25:42: Weshalb was ich auch spannend fand vielleicht der letzte Punkt dazu dass eine Kellnerin möchte sie halt quasi jetzt ist später in ihrem Karriereweg fortgeschritten und hat selber viel sexuelle Belächtigungen am Job erlebt und sieht dann eine andere Kellnerinnen eine junge Kellner wie der vorgesetzte ihr eine Servite auf den Hintern schlägt oder sowas war das Und möchte sich für sie einsetzen und wendet sich quasi an den Vorgesetzten.

00:26:07: Für die Kellnerin, die Betroffene dieses Momentes ist es unangenehm und sie möchte das eigentlich gar nicht.

00:26:13: Was auch schon sehr viel aussagt über die prekären Verhältnisse in denen sich die Personen bewegen in der Gastronomie.

00:26:20: Also viele, viele Übereinstimmung zu dem was ich auch gefunden habe.

00:26:23: Ich bin mir sicher dass viele Leute damit relating können und dass das irgendwie so ein Unbehagen auslöst.

00:26:29: Ich könnte mir aber auch vorstellen dass das für dich... Du ja eben auch als junge Frau in der Gastronomie begonnen hast, dass das sicherlich auch nicht so angenehm war dazu zu forschen.

00:26:38: Wie belastbar war das für dich?

00:26:39: Also wie war es für dich sich so lang und so intensiv damit zu befassen gerade wenn du ja auch selber eine Gastronomie tätig warst?

00:26:44: Ehrlich gesagt war das gar nicht so belastend für mich weil ich glaube, dass Wissen uns eine Power ist.

00:26:52: Je mehr wir wissen, je mehr wir über unsere Rechte wissen umso besser können.

00:26:55: Wir uns in der Gesellschaft bewegen und uns für uns selbst einsetzen.

00:26:59: Und für mich war es quasi hatte schon ein bisschen will ich sagen therapeutische Wirkung weil ich sehen konnte dass ich sie doch noch alle habe.

00:27:06: ja also das quasi Ich nicht unrecht habe und was mir alles geschehen ist auch selbst in meinen Arbeitsverhältnissen Dass das das Unrecht war Das musste ich auch selbst erst mal lernen quasi, weil ich auch dachte das gehört einfach dazu bis ich gemerkt habe oh!

00:27:20: Ich hätte damals Schadenersatz verlangen können.

00:27:23: Du hast es auch vorhin angesprochen, dass sich seit einer Forschungsarbeit viele Dinge verändert haben.

00:27:27: Markus du ist es auch angesprochen das immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund in der Gastronomie arbeiten.

00:27:32: mich würde jetzt interessieren ich habe das Gefühl, dass sie Gen Zee junge Menschen manchmal die Dinge ein bisschen direkter ansprechen.

00:27:39: oder wenn irgendwie was falsch läuft dann sagt man hey das ist total ungut.

00:27:43: zum Beispiel die Work-Life Balance.

00:27:44: also da geht man einfach ein bisschen die Dinge anders an.

00:27:47: und da würde mich jetzt eine Gastronomie interessieren Hast du das Gefühl das vielleicht dadurch die gemeldet werden, da die haben sich auch verdoppelt.

00:27:55: Hast du das Gefühl, dass eventuell junge Personen einen anderen Mindset haben?

00:27:59: Sich vielleicht mehr zutrauen oder was hat sich konkret verändert für dich?

00:28:02: Ich glaube, dass junge Menschen heute sensibilisierter sind, was sexuelle Belästigungen angeht oder überhaupt Grenzüberschreitung von anderen Personen.

00:28:11: Wir haben Social Media Echt wirklich eine starke junge Generation, die sich mit diesen Themen auseinandersetzt und gemeinsam irgendwie auch stark sein möchte bei dem Thema.

00:28:25: Wenn du aber jetzt quasi erwähnst die Zahlen der Gleichbehandlungsanwaltschaft oder die Meldung haben sich verdoppelt – das stimmt schon!

00:28:31: Aber wenn man daran denkt dass in Österreich hundertfünfzig tausend Frauen in der Gastronomie arbeiten und sich achtzig Frauen gemeldet haben, dass sie sexuell belästigt worden sind dann ist es immer noch ein verschwindend geringer eine geringe Zahl.

00:28:44: also.

00:28:45: was sich verändert hat aber ist wir sitzen heute hier besprechen über das thema ihr recherchiert darüber es wird darüber gesprochen und und dass hat das glaube ich verändert sich die junge generation auch Wobei ich da vielleicht noch dazu sagen möchte, dass wenn man in einem Arbeitsverhältnis ist und wenn das noch dazu prekär ist.

00:29:02: Wenn ich Migrationshintergrund habe und abhängig bin von der Stelle um mit dem Land zu bleiben, mit dem ich mich aufhalte, schlucke ich viel mehr runter als ich das im Privatleben tue.

00:29:11: Und die Gesetzeslage ist auch so, dass quasi das Gleichbehandlungsgesetz Paragraf sechs, das vor sexueller Belästigung schützen soll gilt für den Arbeitsmarkt und nicht für das private.

00:29:21: Ja aber trotzdem Quasi.

00:29:23: es ist umso schwieriger wenn man Ich sag mal, in der Suppe des Sexismus aufwächst sich grundsätzlich zu wehren wenn man es nicht gelernt hat.

00:29:32: Das bringt mich irgendwie auch schon zur nächsten Frage und zwar hast du ja richtigerweise von Maria und von Anna also eben von den zwei Protagonisten die ihr interviewt habt für die Geschichte erzählt Und wie so oft habe ich das Gefühl Hauptsächlich Frauen von einem Problem betroffen sind, dann wird das einfach A nicht ernst genommen und B es kommt nichts voran.

00:29:50: Und so ist es ja nun mal in der Gastronomie auch.

00:29:51: Es gibt viel zu wenige Führungskräfte die weiblich sind und fifty-six Prozent der Personen, die in der gastro tätig sind, sind surprise, surprise weiblig!

00:30:00: Hast du das Gefühl dass vielleicht genau deswegen in der Branche alles so schief geht?

00:30:14: Dass Frauen nicht ernst genommen werden, hat nichts mit der Gastronomie zu tun vielleicht da noch etwas mehr.

00:30:20: Aber wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft mit struktureller, strukturalem Sexismus und... Ich glaube, dass wenn jetzt Schlagartikeute ab heute ganz viele Männer sexuell belästigt werden würden in der Gastronomie würde sich sicher schnell etwas tun.

00:30:37: Einfach weil auch bewiesen ist in der Vergangenheit Studien haben das belegt Wenn Männer sich rechtlich wären gegen Diskriminierung dann tut sich was im Recht.

00:30:46: Dann verändert sich die Rechtsprechung beispielsweise bei Heirat und den Namen der Partnerin annehmen.

00:30:51: in der vergangenheit oder so Das hat erst quasi wurde eingeführt, dass Männer den Namen des Partnerinnen annehmen dürfen als ein Mann geklagt hat.

00:30:58: und vorher durften Frauen, durften das nicht andersrum.

00:31:01: Und ich möchte noch mal daran erinnern dass wir vor knapp hundert Jahren erst die Wahlrechte eingeführt haben.

00:31:06: in den siebzigerjahren dürfen Frauen eigenständig Schienen kaufen einen Arbeitsvertrag unterzeichnen.

00:31:13: Vergewaltigung der Ehe ist erst seit nineteenhundertneunundachtzig im österreich gemäß Strafgesetzbuch verboten In Deutschland erst seit neunzehnt sechserneunzig.

00:31:22: in der Schweiz wurden in den neunziger jahren im letzten Kanton die frauenwahlrechte für alle Frauen quasi zugesprochen.

00:31:29: Wenn wir uns also fragen, warum ist das noch so?

00:31:32: Dann ist es eigentlich quasi vorgestern dass wir hier sitzen dürfen und diese Gespräche führen dürfen.

00:31:37: und in dem Sinne ich glaube es wird noch im Moment dauern aber wir bewegen uns in die richtige Richtung.

00:31:42: Du sprichst

00:31:42: ja auch gerade die rechtliche Lage an und da ist es auch interessanterweise aus einem Artikel rausgekommen eine Konstante, egal ob man in billigen Restaurants oder in teuren Restaurants arbeitet.

00:31:53: Eine Konstante bleibt immer und das ist eben die Vorfälle haben kaum Konsequenzen.

00:31:57: Wie sieht die rechtliche Lage aus?

00:31:59: An was kann ich mich denn binden und wie gut sind denn die Chancen?

00:32:03: Gegen sexueller Belästigung in der Gastronomie vorzugehen ist so Erfolg Reich wie in allen anderen Branchen, würde ich sagen also verschwindend gering.

00:32:11: Es gibt das Gleichbehandlungsgesetz.

00:32:13: Paragraf sechs gleich Behandlungsgesetzt verbietet sexuelle Belästigung.

00:32:18: außerdem Paragraph zweihundert achtzehn Strafgesetzbuch in Österreich Das Gleichbe Handlungsgesetz Ich weiß nicht ob ich jetzt zu viel ausholen wahrscheinlich ein bisschen.

00:32:26: Also es gibt diese zwei Gesetze Und man hat die Möglichkeit, wenn quasi man sexuell belästigt wird in der Gastronomie je nach Schweregrad sich also bei jedem schwere Grad sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft zu wenden.

00:32:41: Das ist eine Einrichtung des Bundeskanzleramtes, die anonym arbeiten und kostenfrei und dort bekommt man eine Beratung für das was einem zugestoßen ist und auch eine Begleitung um Ich sage jetzt mal Schadenersatz, also das ist de facto der Fall.

00:32:59: Zu verhandeln mit den Arbeitgebern wenn dort eine Rechtsüberschreitung stattgefunden hat und eine Entschuldigung quasi zu verhandlen sind die Frage wie toll das ist?

00:33:09: Wie ernst man den Fall tatsächlich nimmt?

00:33:11: Und das Strafgesetzbuch greift dort wo massive Übergriffe stattfinden, also wo es schon wirklich körperlich wird.

00:33:19: Man hat die Möglichkeit statt nur an die Gleichbehandlung, Anwaltschaft sich zu melden auch an die gleiche Behandlungskommission.

00:33:27: Und dann gibt es aber einen über anderthalb Jahren teilweise langen Prozess bei dem dann herausgefunden wird ob tatsächlich sexuelle Belästigung stattgefunden hat Und am Ende hat man eventuell, wenn man Glück hat, tausend Euro mehr auf den Konto.

00:33:43: Wir haben vorhin von dir gehört es gibt Menschen die arbeiten drei Monate irgendwo oder vielleicht sechs Monate anderthalb Jahre zu warten darauf weil mir jemand so nahe getreten ist in einer Welt wo mir das ständig passiert fast egal wo ich mich hin bewege um dann dann suche ich mir quasi wieder lieber einen neuen Job wo es von vorne los geht.

00:34:04: also ich glaube die sich dafür einsetzen sind eher so wir wollen dass das Ändern und setzen uns dafür ein.

00:34:10: Also die Chancen sind nicht gut, aber je mehr sich melden umso höher sind die Chance das ich was verinnern hatte.

00:34:15: Ich halte schon den Mund.

00:34:18: Dann eine abschließende Frage bevor ihr dran seid und die Fragen stellen dürft.

00:34:22: mich hat ein bisschen überrascht wie hoch die Zahl tatsächlich ist in Magazin bei Gästen also wie viele Gäste tatsächlich die sexuelle Belästigung letztendlich ausführen, wenn man das so sagen will.

00:34:30: Und da würde mich jetzt interessieren wo siehst du letztendlich die Verantwortung?

00:34:34: Wenn sich etwas verändern soll bei den Gästen oder in der Politik?

00:34:39: und wenn es die Politik ist?

00:34:41: und ich sage mal Du hast eine Zauberkugel und Du könntest dann irgendetwas schrauben Und das heute?

00:34:46: Woran würdest du schrauben.

00:34:47: Das waren jetzt zwei Fragen, sorry!

00:34:49: Also es müssen alle gleichzeitig mitmachen.

00:34:51: Jede Person muss mitmachen bei einer Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft.

00:34:57: Wir brauchen ein Schulsystem, dass sich darum kümmert, dass wir wissen was sexuelle Autonomie bedeutet.

00:35:03: Sexualität am Arbeitsplatz soll thematisiert werden.

00:35:06: bei Ausbildung.

00:35:07: Es wäre toll wenn Betriebe in Arbeitsverträge einen Zusatz machen würden, bei dem sie festschreiben.

00:35:14: Platz verboten ist und Konsequenzen hat.

00:35:16: Also es könnte jede Betrieb machen, von der Politik könnte gefordert werden quasi dass jeder Betrieb bevor er die Toren öffnet einen Test machen muss und beweisen muss er kennt sich mit der Fürsorge Pflicht aus.

00:35:28: also es gäbe so viel was man tun könnte.

00:35:31: und wenn ich eine Zauberkugel hätte Ich würde dafür sorgen das Schulsystem sich verändert und alle in Fairness unterrichtet werden.

00:35:51: Ich wollte kurz noch hinzufügen, dass es nicht unten im Tisch fällt.

00:35:53: Weil vor allem Markus als Autor genannt wurde von der Branche über die Belästigung des Weidgehend von Juli Herrberg auch recherchiert wurde, der Artikel da drüben.

00:36:02: Genau, wollte ich nur quasi davon ein paar kurze Gänzen.

00:36:06: Stimmt!

00:36:07: Danke auch an das ganze Team natürlich.

00:36:08: also das sind richtig coole Geschichten und es lohnt sich auf jeden Fall dann Blick reinzuwerfen.

00:36:13: aber jetzt würde ich mich interessieren was interessiert euch?

00:36:16: Wer macht den Beginn?

00:36:17: Wer?

00:36:19: Mich

00:36:20: würde

00:36:20: es interessieren, ob ihr eine Vermutung habt warum das gerade in der Branche von der Gastronomie

00:36:26: so viele Übergriffe gibt

00:36:28: wo schon solange nicht irgendwie

00:36:29: darüber geredet

00:36:30: wird.

00:36:31: Also warum quasi

00:36:33: diese Branche

00:36:34: davon so stark betroffen ist?

00:36:36: Es gibt Studien oder zumindest eine Studie, die erwähnt dass quasi die auf Studien von um eighteen hundert zurückgehen und da wird erwähnen das eben ursprünglich Gasthäuser einen auch verbunden waren quasi mit, ich sag jetzt mal Sexarbeit.

00:36:56: Das ist eine Vermutung die nicht weiter ausgeführt wird.

00:36:59: aber quasi Gastronomie.

00:37:01: immer das dort verschwimmen Privat und Öffentlichkeit.

00:37:05: Wir sind hier beim offiziellen Event.

00:37:07: Es gibt Menschen die herarbeiten die verdienen ihren Lebensunterhalt Aber es gibt auch Menschen die treffen sich privat hier Und dieses Verschwimmende hat Folgen auf die Wahrnehmungen und wo wir unsere Grenzen setzen und wie wir das auch wahrnehmen wenn andere Grenzen überschreiten.

00:37:21: Und in der Gastronomie ist es dazu gekommen, dass man quasi diese sexuelle Verfügbarkeit von Frauen heute erwartet einfach oder auch nur den Anschein.

00:37:31: Die Performance der sexuellen Verfügbarheit um Profit zu machen?

00:37:36: Ich würde nach ergänzen das die Gastronomie sehr kleinteilig also sind sehr viele kleine Lokale.

00:37:41: dementsprechend gibt's da oft nicht irgendwie Strukturen wie sowas auffangen Da gibt es ja nur einen Chef und fertig teilweise dazu verleiten, also man arbeitet viel in der Nacht.

00:37:54: Das sind Stunden die Leute sind betrunken wenn es zum Beispiel um die Gäste geht auch die Mitarbeitenden wie wir wissen greifen oft irgendwie zu Rauschmitteln.

00:38:02: ich glaube das kommt auch noch dazu.

00:38:03: und ja dann am Ende denke ich wie jetzt schon öfters angesprochen wurde sind natürlich auch gesellschaftliche Phänomene Probleme die halt in der Gastro sich zuspitzen weiter der Branche ist wo man sehr leicht reinkommt wo dementsprechend die Verhältnisse oftmals ein bisschen prekärer sind.

00:38:19: Gibt es noch eine weitere Frage?

00:38:20: Hat noch, möchte noch jemand etwas ansprechen zur Recherche von Julia Markus zur branchenüblichen Belästigung vielleicht auch vielleicht generell ... Julia!

00:38:33: Das war jetzt nicht in dem Heft, aber

00:38:34: nach der

00:38:35: wirklich super Geschichte

00:38:36: über das Interalpenhotel

00:38:37: wo ja einfach wirklich massive

00:38:38: Übergriffe waren

00:38:40: von Vorgesetzten.

00:38:41: Da gab es ja dann schon mediale Aufregungen da gab's dann auch viele Fernsehdiskussionen und da gab es dann auch die Staatssekretärin glaube ich die dann Stellung genommen hat im Fernsehen ist irgendwas seit er passiert?

00:38:51: Es steht eh quasi... der aktuellste Stand im Heft auch drinnen.

00:38:55: Was ist, seit er passiert?

00:38:57: Das haben sich mehrere Lehrlinge nach der Veröffentlichung nochmal mehr wieder vor an die Arbeiterkammer und dann die Gleichbehandlungsanwaltschaft gewandt.

00:39:06: Und jetzt ist es halt so dass zum Beispiel wenn's um die Belästigung geht das Das ist ein bisschen ein komplizierter und langer Weg.

00:39:14: Und natürlich auch ein schwerer Weg irgendwie, den dazu gehen weil meistens wollen die Leute einfach nur damit abschließen vor allem wenn man von solchen Belästigungen betroffen war.

00:39:23: Jetzt sind sie dann bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft und da müssen Sie jetzt noch mal einen Schritt weitergehen.

00:39:28: zur Kommission.

00:39:29: Da muss sein Gerichtsprozess gehen und das überlegt man sich sehr genau.

00:39:32: und dass es auch ein bisschen der aktuelle Stand.

00:39:34: die überlegen sich gerade wie weit gehen sie?

00:39:36: Weil leider nach der Veröffentlichung haben wir auch von den vier quasi getroffenen Führungskräften, denen man sexuelle Belästigung vorgeworfen hat.

00:39:44: Da haben dann danach drei von denen das zurückgezogen dass sie bereit sind einen Schadensersatz zu zahlen.

00:39:51: vor der Veröffentlichung waren sie nämlich bereit und da ist natürlich auch schade.

00:39:55: aber ja schauen wir mal wie es weitergeht wird wahrscheinlich demnächst ein Update geben.

00:40:00: was halt sonst noch passiert ist ist dass das Interalpen die Auszeichnung als ausgezeichneter Lehrlingsbetrieb zurückgegeben hat oder abgeben musste, je nachdem wie das dann wirklich war.

00:40:10: Man sonst nicht nach außen hin auch noch passiert ist.

00:40:13: der Küchenchef wurde dann entlassen.

00:40:15: nach der Veröffentlichung und wir haben jetzt auch vor kurzem eine Pressemitteilung bekommen dass jetzt ein neues Küchenteam da ist und immer halb vom Betrieb Haben Sie sich jetzt recht gut aufgestellt, sagen sie zumindest zu uns.

00:40:28: Da gibt es verschiedene Mechanismen, die das in Zukunft abfangen sollen und da sieht man auch noch mal diesen kleinen Teiligen, dass ich vorher beschrieben habe.

00:40:36: Das sind sehr große Betriebe, die können eben solche Strukturen vielleicht einbauen und haben es jetzt angeblich zumindest gemacht.

00:40:42: Dahinten zeigt jemand auf den kenn ich.

00:40:46: Ihr habt's vor kurz über schwarze Arbeit geredet Und alle meine Freundinnen, die in der Gastgearbeitet

00:40:52: haben sind zumindest

00:40:54: teilweise schwarz bezahlt worden.

00:40:55: Also geringfügige Angestellten alles andere dann schwarz.

00:40:58: und deswegen so eine Frage kann man eigentlich

00:41:01: in Österreich einen Gastronomiebetrieb führen mit Essen?

00:41:05: So einen wo normale Menschen noch hingehen können

00:41:08: ohne

00:41:08: Schwarzarbeit

00:41:09: geht das eigentlich?

00:41:12: ist sehr gute Frage.

00:41:14: da wird wir

00:41:15: sagen Ich weiß nicht.

00:41:20: Ich hör da immer zu und ich denke mal, das sind die anderen, die es dann wirklich können.

00:41:23: Ich meine, ich habe das so nebenbei gemacht, ich bin eigentlich Programmierender Architekt.

00:41:27: und da dachte ich, das läuft schon irgendwie... Und da dachte man, das rennt drei Jahre, dann sperren wir hierzu!

00:41:31: Jetzt läuft's schon heuer, haben wir zwanzig Jahre.

00:41:34: Seit der Pandemie läuft zwar wirklich nicht gute Leute gehen weniger weg.

00:41:37: Es ist alles zahlkund.

00:41:38: auch seit der Pandemie ist alles offizieller, irgendwie kasser.

00:41:43: Alles was ihr erzählt Kenne ich und habe ich erörternd war üblich, ob das Gefühl ist seitdem es die Registrierkassen gibt.

00:41:49: Ist das eigentlich mehr oder weniger gestorben?

00:41:51: Weil die Leute nicht mehr so leicht was schwarz sind.

00:41:55: Aber wahrscheinlich geht das doch noch irgendwie... Wir sind split dafür und deswegen geht's das auch nicht gut.

00:42:01: Also ich glaube, es ist halt schon eng aber ich will es auch nicht jammern und was auch immer weil ich habe das Gefühl sie ist halt so ein Grundproblem einfach dass das hat alles sich immer nur knapp ausgeht also auch diese Spitzenkasten.

00:42:12: dann sagen wir es geht sicher nie aus und in der Schweiz teilen Sie viel mehr bei uns, zahlt niemand etwas für Schnitzel und... Was auch immer!

00:42:20: Ich merke schon, also uns gehts... Es ist eng ja?

00:42:24: Es ist schon Dings.

00:42:25: aber ich glaub Das ist halt auch deswegen, weil wir halt nichts Link machen und das ist wahrscheinlich das Problem.

00:42:41: Vielleicht noch kurz ergänzen zum einen der Aschwin, der sitzt da hinten hat doch die Rechnung mit dem Wirt gemacht und hat sich das genau angesehen.

00:42:51: wie hoch sind Gewinnmarschen?

00:42:52: Wie schwierig ist es einfach in der Gastronomie auch wirtschaftlich zu überleben.

00:42:56: und dass was du erzählt hast Das kann ich nur bestätigen.

00:42:58: Ich glaube, alle meine Freundinnen und Freunde, die in der Branche gearbeitet haben, haben ein paar Stunden schwarz mal gemacht.

00:43:04: Es geht auch sehr leicht an diese Branche.

00:43:06: Das war bei uns beim Text, den wir zu Schwarzarbeit geschrieben haben, wo wir auch die Lokale konkret nennen.

00:43:12: für uns auch nur aus dem Grund berichtenswert, weil es dieser Typ wirklich auf die Spitze getrieben hat mit teilweise fünfzehn Lokalen und alle Berichten irgendwie davon dass es da solche Strukturen gibt.

00:43:22: Aber schwarzarbeit scheint etwas sehr alltägliches in der Branche zu sein und bezüglich Registrierkassen haben sicher bei den Einnahmen einiges verändert.

00:43:31: das ist jetzt deutlich schwieriger um.

00:43:33: man braucht mehr kriminelle Energie aber es hat doch einen Registrierkasserbetrug gegeben.

00:43:37: der war recht groß in den Medien.

00:43:41: Einiges kommen höchstwahrscheinlich, weil da sehr viele einfach mitgemacht haben.

00:43:45: Ja und das ist natürlich am Ende es ist ein hartes Geschäft auch Und ich glaube dann ist die Abwägung irgendwie.

00:43:51: und ein Problem vielleicht noch was Ich zumindest sehe Ist natürlich wenn wenn's alle unsauber machen Dann haben die was sie saubermachen einen Nachteil vor allem an geschäftlichen nachteilen und ich glaube darum Irgendwie wäre es auch wichtig dass halt mehr das sauber machen und ja dementsprechend dann insgesamt Das wieder in eine besseres licht kommt.

00:44:09: Ja, fein.

00:44:10: Ich sehe jetzt im Moment keine erhobene Hand mehr und es ist eigentlich ein guter Übergang um jetzt zu sagen dass wir jetzt gemeinsam weitergeleisten das die Rechnung heute im Werkzeug H stimmt und das gut ausgeht der Abend.

00:44:22: Musst du noch was sagen?

00:44:24: Magst Du noch die Verabschieden vom Publikum?

00:44:26: hast du noch?

00:44:27: Ja gerne!

00:44:28: Also falls es irgendwelche Themen gibt bezüglich Social Media die wir behandeln sollen aber natürlich auch fürs Magazin.

00:44:34: hier das ab.

00:44:35: viel Spaß und ich freue mich auf die Gespräche.

00:44:48: Super, herzlichen Dank für die tolle Moderation.

00:44:51: Gast und für eure Aufmerksamkeit.

00:44:53: Gemütlicher Teil des Abends beginnt!

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